Reanimation: Warum Sie keine Fehler machen können

von 23. Februar 2026Defibrillator AED4 Min. Lesezeit
Ein geöffneter oranger Notfallkoffer mit einem iPAD CU-SP1 Defibrillator (AED) auf einem Büroteppich, während eine Person danach greift.

Zögern kostet Leben – Handeln rettet sie

Ein Mensch bricht zusammen, reagiert nicht mehr, atmet nicht. In diesem Moment schießt vielen Ersthelfern ein lähmender Gedanke durch den Kopf: „Was, wenn ich etwas falsch mache?“ Diese Sorge ist weit verbreitet, doch sie ist der gefährlichste Feind in einem Notfall. Aktuelle Berichte greifen genau dieses Thema auf und bestätigen, was wir in der Notfallmedizin schon lange wissen: Der einzige Fehler, den Sie machen können, ist nichts zu tun.

Bei ResQ-Care hören wir in unseren Schulungen immer wieder von der Angst, dem Patienten durch zu festes Drücken Schaden zuzufügen. Rippenbrüche oder innere Verletzungen sind die häufigsten Befürchtungen. Doch die Realität ist brutal einfach: Ein gebrochener Rippenbogen heilt. Ein Gehirn, das länger als drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff bleibt, erleidet irreversible Schäden.

Warum Perfektionismus im Notfall fehl am Platz ist

Die medizinische Faktenlage ist eindeutig. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute um etwa 10 Prozent. Warten Sie auf den Rettungsdienst, der in Deutschland durchschnittlich 8 bis 12 Minuten benötigt, ist es oft schon zu spät. Als Experten bei ResQ-Care wissen wir: Eine nicht ganz perfekte Herzdruckmassage ist unendlich viel wertvoller als eine perfekt ausgeführte Untätigkeit.

Es geht nicht um medizinische Präzision wie im Lehrbuch, sondern darum, den Restkreislauf aufrechtzuerhalten. Sauerstoffreiches Blut muss zum Gehirn gepumpt werden. Ob Sie dabei etwas zu schnell oder zu langsam drücken, ist zweitrangig, solange Sie überhaupt drücken.

Moderne Technik nimmt Ihnen die Entscheidung ab

Hier kommen moderne Automatisierte Externe Defibrillatoren (AEDs) ins Spiel. Geräte wie die iPAD CU-SP1 Serie, auf die wir uns spezialisiert haben, sind genau für diese Stresssituation konzipiert. Sie analysieren selbstständig den Herzrhythmus. Sie müssen keine Diagnose stellen. Das Gerät entscheidet, ob ein Schock notwendig ist oder nicht. Sie können also gar keinen falschen Schock abgeben.

ResQ-Care bietet Lösungen an, die den Nutzer an die Hand nehmen. Sprachansagen leiten Sie durch den Prozess, ein Metronom gibt den Takt für die Druckmassage vor. Das entlastet den Ersthelfer massiv und reduziert die psychische Barriere, aktiv zu werden.

Die rechtliche Seite: Sie sind geschützt

Ein weiterer Aspekt, der viele hemmt, ist die juristische Unsicherheit. Muss ich Schadensersatz zahlen, wenn ich bei der Reanimation die Kleidung zerschneide oder Rippen breche? Die klare Antwort lautet: Nein. Der Gesetzgeber schützt Ersthelfer ausdrücklich. Wer nach bestem Wissen und Gewissen handelt, um ein Leben zu retten, kann strafrechtlich oder zivilrechtlich nicht belangt werden – selbst wenn dabei physische Schäden entstehen.

Unsere Erfahrung bei ResQ-Care zeigt, dass Wissen Angst abbaut. Wenn Sie verinnerlichen, dass Sie rechtlich abgesichert sind und technisch durch moderne AEDs unterstützt werden, fällt das Handeln leichter.

Fazit: Mut zum Handeln

Die Botschaft ist klar: Trauen Sie sich. Prüfen Sie das Bewusstsein, rufen Sie den Notruf 112 und beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage. Wenn ein AED verfügbar ist, nutzen Sie ihn. Das Gerät führt Sie. Wir bei ResQ-Care sehen täglich, wie wichtig eine flächendeckende Versorgung mit Defibrillatoren ist, aber die Technik ist nutzlos ohne Menschen, die den Mut haben, sie einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen zur Reanimation

Kann ich jemanden verletzen, wenn ich zu fest drücke?

Ja, Rippenbrüche können bei einer effektiven Reanimation vorkommen. Das ist jedoch völlig akzeptabel, da die Alternative der Tod des Patienten ist. Rippen heilen, ein Sauerstoffmangel im Gehirn nicht.

Was passiert, wenn ich einen Defibrillator bei einem gesunden Menschen benutze?

Nichts. Ein moderner AED analysiert den Herzrhythmus und gibt nur dann einen Schock frei, wenn tatsächlich ein lebensgefährliches Kammerflimmern vorliegt. Sie können versehentlich niemanden schocken, der es nicht braucht.

Muss ich zwingend beatmen?

Nein. Wenn Sie sich die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht zutrauen oder Ekel empfinden, führen Sie nur die Herzdruckmassage durch. Das ist deutlich besser als gar nichts zu tun und hält den Kreislauf in Gang.

Bin ich haftbar, wenn die Reanimation nicht erfolgreich ist?

Nein. Als Ersthelfer schulden Sie Hilfeleistung, aber keinen Erfolg. Wenn Sie nach bestem Wissen handeln, sind Sie rechtlich geschützt, auch wenn der Patient leider nicht überlebt.