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Defibrillator AED

Reanimation und Erste Hilfe am Telefon

Telefonreanimation (T-CPR): Durch den Helfer am Telefon zum Lebensretter werden!

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 6 Minuten

Wenn eine Person bewusstlos ist und nicht oder nicht normal atmet, muss eine Reanimation durchgeführt werden. Dabei zählt jede Sekunde, denn die Überlebenschancen der betroffenen Person sinken kontinuierlich. Die Telefonreanimation, kurz T-CPR, stellt eine effiziente technische Hilfestellung zur Durchführung einer Reanimation dar. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten bereits, dass die Anzahl an Laienhelfer:innen durch den Einsatz einer T-CPR anstieg, sowie die Überlebensrate von Patient:innen signifikant verbessert werden konnte. Daher wird die Telefonreanimation in den Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) ausdrücklich empfohlen.

Was ist eine Telefonreanimation?

Im Jahr 2010 wurde erstmalig in den Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation der Einsatz einer Telefonreanimation empfohlen. Die Telefonreanimation wird auch als T-CPR bezeichnet. Daruner ist eine standardisierte Reanimationsanleitung über ein Notrufgespräch zu verstehen, welche von Leitstellendisponent:innen durchgeführt werden. Im Falle eines (vermuteten) Herz-Kreislauf-Stillstandes kann der Ersthelfende oder eine umstehende Person telefonisch per Notruf eine/n Leitstellendisponent:in kontaktieren, welche/r eine telefonische Anleitung zur Anleitung und Durchführung einer Reanimation gibt. Zudem wird gleichzeitig der nächstgelegene Notarzt, sowie ein Rettungswagen durch die Leitstelle disponiert. Das Ziel einer T-CPR ist es, den therapiefreien Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen.

Was für einen Nutzen hat eine Telefonreanimation?

Die Empfehlungen zur Durchführung der Reanimation basieren aus Erkenntnissen, welche aus wissenschaftlichen Studien gewonnen werden konnten. Diese Erkenntnisse zeigten, dass die Anzahl an Laienersthelfer:innen durch den Einsatz einer T-CPR anstieg, sowie die Überlebensrate von Patient:innen signifikant verbessert werden konnte. Dies sind erstrebenswerte Ziele im Bereich der Laienreanimation, denn die Laienreanimationsquote in Deutschland fällt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr niedrig aus. Dementsprechend niedrig fällt die Überlebensquote von Personen aus, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden. Der Hauptgrund, warum umstehende Personen, die Zeuge eines Herz-Kreislauf-Stillstandes werden, nicht eingreifen ist die Schwierigkeit, einen Herzstillstand zu erkennen. Eine weitere Befürchtung der Zeug:innen besteht darin, der betroffenen Person durch ihr Handeln Schaden zuzufügen. Diese Befürchtung konnte jedoch vom ERC ausgeräumt werden. Die Telefonreanimation kann Ersthelfenden daher eine gute Hilfestellung bieten und sie zu einer Reanimation motivieren.

In den aktuellen Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) von 2021 wird empfohlen, dass die Leitstellen über Systeme verfügen, welche sicherstellen sollen, dass der/die Leitstellendisponent:in Anweisungen für eine Reanimation bei Personen geben kann, welche nicht reagieren und keine normale Atmung aufweisen.

Wie und wo entstand die Telefonreanimation?

Bayern war das erste Bundesland in Deutschland, in welchem die T-CPR in den Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation eingeführt wurde. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, dessen Mitglieder unter anderem Leitstellenbetreiber:innen, sowie Vertreter:innen der ÄLRD (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bayern), der Leitstelle SFSG (Staatliche Feuerwehrschule Geretsried) und des INM (Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement) sind. Diese Arbeitsgruppe entwickelte einen Algorithmus zur T-CPR auf Basis der Leitlinien des ERC und relevanter Literatur. Der Algorithmus dient dem/der Leitstellendispontent:in dabei als Hilfsmittel zur Unterstützung und besteht aus sechs verschiedenen Modulen.

Reanimation mit Anleitung am Telefon

Wie wird bei einer Telefonreanimation vorgegangen?

Kontaktiert der Ersthelfende telefonisch eine Leitstelle, orientiert sich der/die Leitstellendisponent:in an dem von der Arbeitsgruppe entwickelten Algorithmus, sowie an einer Checkliste. Der Algorithmus enthält unter anderem Formulierungen, die zur Erkennung einer bewusstlosen Person bzw. einer nicht normalen Atmung angewendet wird. Ein weiterer Schwerpunkt des Algorithmus ist eine Anleitung zur Durchführung und Nachbereitung einer Herzdruckmassage.

Bei einem Verdacht auf eine reanimationspflichtige Person steigt der/die Disponent:in frühzeitig in den Algorithmus ein und leitet den Einsatz anschließend an einen Kollegen oder eine Kollegin weiter, welche/r den Rettungsdienst auf den Weg schickt. Anschließend wird geprüft, ob der Ersthelfende sicher ist und anschließend Hilfe zur Durchführung einer Reanimation angeboten. Nachdem der Ersthelfende das Telefon auf „laut“ gestellt hat, wird dieser angeleitet, die Bewusstlosigkeit der betroffenen Person durch Ansprechen und Anfassen zu prüfen. Liegt eine Bewusstlosigkeit vor, wird der Ersthelfende dazu aufgefordert, die Atmung der betroffenen Person zu überprüfen. Atmet diese normal, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Liegt jedoch eine Schnappatmung oder ein Atemstillstand vor, ist eine Reanimation erforderlich.

Das zentrale Ziel der T-CPR ist eine Hilfestellung für die Durchführung einer Herzdruckmassage. Wenn die betroffene Person nicht reagiert und nicht normal atmet, sollte dem Ersthelfenden zudem empfohlen werden, lediglich eine Thoraxkompression durchzuführen. Dazu gibt der/die Disponent:in Anweisungen zur Positionierung der Hände, zum Druckpunkt, sowie zur Durchführung der Kompressionen. Des Weiteren informiert der/die Disponent:in den Ersthelfenden hinsichtlich der Tiefe, Frequenz und der Entlastung der Thorax-Kompression. Die Herzdruckmassage sollte so lange durchgeführt und nicht unterbrochen werden, bis das Rettungsteam eintrifft. Der Algorithmus enthält außerdem Formulierungen für den/die Disponent:in, die dabei helfen sollen, den Ersthelfenden weiterhin zu motivieren.

Auch die Nachbereitung einer Reanimation ist Teil des Prozessen. Dabei hält der/die Disponent:in eine Rücksprache mit den Rettungskräften, welche vor Ort waren. Ziel dieser Rücksprache ist es unter anderem, festzustellen, ob der Ersthelfende eine psychische Betreuung benötigt, welche zum Beispiel von einem Kriseninterventionsteam oder einer Psychosozialen Akuthilfe übernommen werden kann. Auch die psychische Belastung des/der Leitstellendisponent:in sollte beachtet werden. Daher haben diese auch ein Anrecht auf eine psychische Betreuung, falls erforderlich. Abschließend erfolgt eine Dokumentation, sowie eine Evaluation des Falles.

Welche Rolle spielt ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) bei einer Telefonreanimation?

Ist die betroffene Person bewusstlos und atmet nicht oder nicht normal, ist eine Reanimation erforderlich. Besteht die Chance, dass sich einen Defibrillator (AED) in unmittelbarer Nähe befindet, wird der Ersthelfende dazu aufgefordert, sich diesen von einer zweiten Person bringen zu lassen. Die Leitstellen können zudem bei der Suche nach einem nahen AED helfen, da diese AED-Standorte erfassen. Dabei ist es besonders wichtig, dass der Ersthelfende die betroffene Person nicht verlässt. Konnte ein AED von einer weiteren Person geholt werden, wird der Ersthelfende aufgefordert, diesen anzuschalten und dessen Anweisungen zu folgen.

Literatur:

Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Deutschland e.V.: Empfehlungen des Bundesverbandes der ÄLRD zur Durchführung der Telefonreanimation durch Disponenten der Leitstellen für den Rettungsdienst.

Bayerisches Rotes Kreuz (2021): Telefonreanimation. Verfügbar unter https://www.rettungsdienst.brk.de/unsere-leitstellen/wissenswertes/telefonreanimation.html

German Resuscitation Council (2021): Reanimation 2021. Leitlinien Kompakt. Verfügbar unter https://nerdfallmedizin.blog/2021/03/25/neue-reanimationsleitlinien-2021-erc/

Groschak, A. (2013): Telefonreanimation in Bayern: Die Leitstelle als Lebensretter. BOS-LEITSTELLE AKTUELL, 3, S. 132-137.

 

Photocredit:

Bild von Markus Spiske auf Pixabay

Herz BLS

Die neuen Reanimations-Leitlinien des European Resuscitation Council 2021

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 13 Minuten

ERC Leitlinien 2021 - Was hat sich geändert?

Der European Resuscitation Council (ERC) publizierte am 25. März 2021 die neuen Leitlinien zur Reanimation für Europa. Seit dem Jahr 2000 basieren die Richtlinien des ERC auf dem „International Consensus on Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care Science With Treatment Recommendations” der „International Liaison Committee on Resuscitation“ (ILCOR).

Durch gezielte Literaturrecherchen der ERC-Schreibgruppe werden die Leitlinien regelmäßig um wissenschaftliche Erkenntnisse und Therapieempfehlungen ergänzt.

Die hauptsächlichen Bestandteile bei der Durchführung einer Reanimation wurden weitestgehend beibehalten, die wissenschaftliche Evidenz gleichzeitig jedoch besser begründet. Neu in den aktuellen Reanimations-Richtlinien der ERC sind unter anderem Empfehlungen für Reanimationskonzepte und -strategien, welche gut begründet wurden, sowie auf den Konzepten beruhendes epidemiologisches Wissen. Diese werden nun in einzelnen Kapiteln in den Leitlinien aufgeführt. Weitere Aspekte der Reanimation, welche 2021 neu in den Richtlinien hinzugefügt wurden, sind unter anderem Social-Media-Konzepte, Smartphone-Apps, Frühwarnsysteme und -scores und die sogenannte Telefonreanimation (T-CPR). Der ERC macht dabei deutlich, dass der Erfolg bei einer Reanimation besonders durch ausgebildete Ersthelfende, einen Anstieg der Reanimationsquote, sowie den Einsatz von Alarmierungssystemen ausgelöst wird. Das Ziel bestand unter anderem darin, das Vertrauen der Menschen zu erhöhen und diese zu ermutigen, bei einem Herzstillstand zu handeln.

Dabei ist das Nichterkennen eines Herzstillstandes die größte Barriere für das Retten von Leben.

Im Folgenden werden die zentralen Leitlinien zur Reanimation kurz dargestellt.

Wie erkenne ich einen Herzstillstand?

Zu allererst wird sichergestellt, dass die betroffene Person, der/die Ersthelfende und alle Personen im Umfeld sicher sind. Nach wie vor sollte zunächst der Bewusstseinszustand der betroffenen Person kontrolliert werden, indem diese vorsichtig an der Schulter gerüttelt und angesprochen werden. Erfolgt keine Antwort der betroffenen Person, sollte diese auf den Rücken gelegt werden und der Kopf vorsichtig nach hinten gelegt werden, um den Luftweg zu öffnen. Auch die Atmung sollte kontrolliert werden, indem geschaut, gehört und gefühlt wird, ob die Atmung ausgesetzt ist. Dieser Vorgang sollte nicht mehr als 10 Sekunden in Anspruch nehmen. Eine erschwerte oder agonale Atmung, sowie eine Schnappatmung kann weiterhin auf einen Herzstillstand hinweisen.

Laut Definition liegt ein Herzstillstand vor, wenn die betroffene Person nicht ansprechbar ist und die Atmung ausbleibt oder abnormal ist. Frühere Leitlinien zogen zudem das Fehlen eines tastbaren Pulses heran, jedoch erschien dies in stressigen Situationen für Laien, wie auch für Fachleute als schwierig. Die fehlende Ansprechbarkeit und eine abnormale Atmung können auch auf andere potenziell lebensbedrohlichen medizinische Notfälle hinweisen, haben aber eine hohe Sensitivität als diagnostische Kriterien für einen Herzstillstand. Ebenfalls zu beachten ist, dass eine agonale Atmung häufig als Lebenszeichen fehlinterpretiert wird und eine Herausforderung für Laien und Rettungsdienstmitarbeiter:innen darstellen kann. Die Fehlinterpretation der agonalen Atmung als Lebenszeichen kann dazu führen, dass Umstehende das Opfer eines Herzstillstands fälschlicherweise in die stabile Seitenlage bringen, anstatt mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen.

Zu Beginn eines Herzstillstandes kann es außerdem zu kurzen krampfartigen Bewegungen kommen, welche ebenfalls ein Hindernis für Laien und Fachleute für die Erkennung eines Herzstillstande darstellen kann.

Kurz zusammengefasst gilt also: wenn die betroffene Person keine Reaktion zeigt, also bewusstlos ist, und keine normale Atmung aufweist, sollte unverzüglich die Reanimation eingeleitet werden.

Herzstillstand

Wann ist ein Notruf abzusetzen?

Ist die betroffene Person nicht ansprechbar und ist keine oder eine abnormale Atmung erkennbar, sollte nach wie vor unverzüglich ein Notruf abgesetzt und sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden. Im besten Fall ist der/die Ersthelfende nicht allein und kann unverzüglich, während eine weitere Person den Notruf absetzt, die Herz-Lungen-Wiederbelebung starten. Ist der/die Helfende jedoch allein, wird empfohlen, den Notruf mit Hilfe einer Freisprechfunktion oder eines Lautsprechers zu kontaktieren, während die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt wird. Dabei sollte der/die Ersthelfende bei der betroffenen Person bleiben und eine weitere Person beauftragen, einen AED ausfindig zu machen und zum Unfallort zu bringen.

Wie führe ich eine Reanimation durch?

Eine Herzdruckmassage ist die Schlüsselkomponente einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, da sie die Organperfusion, also den Transport von sauerstoffangereichertem Blut durch den Körper, während des Herzstillstandes sicherstellt. Der/die kniet sich neben den Betroffenen und platziert seinen Handballen mittig auf die Brust des Betroffenen. Die andere Hand wird auf die bereits platzierte Hand gelegt, während die Finger ineinander gehakt werden. Die Position der Hände des/der Ersthelfenden beeinflusst im hohen Maße den Erfolg der Herzdruckmassage. Da die optimale Platzierung der Hand von Unterschieden in der Anatomie des Opfers abhängt, behält die ILCOR ihre aktuellen Empfehlungen bei und empfiehlt, die Herzdruckmassage auf der unteren Hälfte des Brustbeins („mitten auf der Brust“) durchzuführen.

Mit ausgestreckten Armen positioniert sich der/die Ersthelfende anschließend vertikal über die betroffene Person und drückt mindestens 5 cm tief, aber nicht tiefer als 6 cm, in die Brust dieser. Nach jeder Kompression sollte der gesamte Druck auf die Brust losgelassen werden, ohne die Hände vom Brustbein zu nehmen. Dies sollte pro Minute 100- bis 120-mal gemacht werden. Diese Behandlungsempfehlungen für die Thoraxkompression hinsichtlich der Tiefe, Frequenz und des Rückstoßes wurden nicht geändert, da die untersuchten Studien keine neuen Erkenntnisse lieferten.

Anschließend wird die Herzdruckmassage mit einer Beatmung kombiniert. Wenn der/die Ersthelfende geschult ist, sollte diese/r nach 30 Kompressionen den Atemweg wieder öffnen, indem der Kopf des Opfers geneigt und das Kinn angehoben wird. Dabei wird der weiche Teil der Nase mit Zeigefinger und Daumen zugehalten und die Lippen auf den Mund der betroffenen Person gelegt, sodass ein luftdichter Verschluss entsteht. Der/die Ersthelfende bläst gleichmäßig in den Mund der betroffenen Person, während darauf achtet wird, dass sich der Brustkorb des Opfers anhebt und fällt. Dieser Vorgang wird zweimal wiederholt, gefolgt von 30 Herzdruckmassagen.  Die Herzdruckmassage sollte nicht länger als 10 Sekunden unterbrochen werden. Die 30 Herzdruckmassagen und die 2 Beatmungen werden anschließend abwechselnd fortgeführt. Wenn der/die Ersthelfende untrainiert ist und sich eine Beatmung nicht zutraut, kann diese/r lediglich eine kontinuierliche Herzmassage mit 100 bis 120 Einheiten pro Minute durchführen und auf eine Beatmung verzichten.

Dabei ist auch zu beachten, dass jede Unterbrechung der Herzdruckmassage zu einer Unterbrechung der Organperfusion führt und daher vermieden werden sollte.

Das Verhältnis von Kompression zu Beatmung von 30:2 wurde von der ILCOR bereits im Jahr 2017 verbessert, da dieses Verhältnis im Vergleich zu dem früheren Verhältnis von 15:2 eine bessere Evidenz aufwies und mit einem verbesserten neurologischen Ergebnis bei Erwachsenen verbunden werden konnte. Diese Empfehlungen wurden für die Leitlinien des ERC für das Jahr 2021 beibehalten.

Weitere Studien zeigten, dass Patient:innen, die lediglich eine Herzdruckmassage bekamen, geringere Überlebensraten aufwiesen als solche, die eine Herzdruckmassage und eine Beatmung in einem Verhältnis von 30:2 erhielten.

Ein Grund für Laien, bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung zu zögern, ist häufig die Befürchtung, dass sie bei den betroffenen Menschen ernsthafte Schäden verursachen könnten. Diese Befürchtung wurde im Jahr 2020 vom ILCOR überprüft. Auf dieser Grundlage wird Laien weiterhin empfohlen, bei betroffenen Menschen mit einem vermuteten Herzstillstand ohne Bedenken eine Herz-Lungen-Wiederbelebung einzuleiten.

BLS ERC 2021 - Herz

Was für eine Rolle spielt die Unterlage bei einer Reanimation?

Die ILCOR veränderte die Empfehlungen der Durchführung einer Herz-Lunge-Wiederbelebung auf einer festen Unterlage bereits im Jahr 2020. Denn wird diese auf einer weichen Unterlage, wie beispielsweise einer Matratze durchgeführt, kann die Brustkorbkompressionstiefe verringern. Wird trotzdem eine weiche Unterlage benutzt, sollte der/die Ersthelfende die Gesamtkompressionstiefe erhöhen. Die Untersuchung von aktuellen Studien veranlasste die ILCOR zu der Empfehlung, die manuelle Herzdruckmassage auf einer festen Unterlage durchzuführen, wenn dies möglich ist. Jedoch sollte ein/e Patient:in bei einer stationären Behandlung nicht vom Bett auf den Boden verlegt werden.

Wie ist ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) einzusetzen?

Sobald ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) gebracht wurde, wird dieser unverzüglich angeschaltet und die Elektrodenpads, nach Anweisung des Gerätes, an den Oberkörper der betroffenen Person angebracht. Wenn mehr als ein/e Helferende:r anwesend ist, sollte die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortgeführt werden, während die Elektrodenpads angebracht werden. Anschließend wird den Anweisungen des AED-Gerätes gefolgt. Wenn ein Schock empfohlen wird, sollten die Ersthelfenden sicherstellen, dass Niemand die betroffene Person berührt. Bei den Defibrillatoren ist zwischen vollautomatisierten und semiautomatisierten Geräten zu unterscheiden. Ein vollautomatisierter automatischer Defibrillator gibt nach einem Sicherheitshinweis den Schock automatisch ab, während der/die Ersthelfende bei einem semiautomatisierten Defibrillator nach Freigabe den Schockknopf selbst betätigen muss. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung wird daraufhin nach den Anweisungen des Gerätes fortgeführt. Wird kein Schock empfohlen, wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortgeführt. Ist kein Automatisierter Externer Defibrillator vorhanden, wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung ebenfalls kontinuierlich fortgeführt. Die Reanimation sollte nicht unterbrochen werden, bis medizinisches Fachpersonal dies anordnet, die betroffene Person aufwacht, sich bewegt, die Augen öffnet und wieder normal atmet, oder bis der/die Ersthelfende sich dadurch selbst in Gefahr bringen würde.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Personen, die einen Herzstillstand erlitten haben, kann durch die sofortige Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung und den anschießenden Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators deutlich erhöht werden.

Das ERC empfiehlt in den aktuellen Leitlinien von 2021 in Übereinstimmung mit den ILCOR-Behandlungsempfehlungen, die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortzusetzen, bis ein AED eingetroffen, eingeschaltet und an das Opfer angeschlossen ist. Die Defibrillation sollte jedoch nicht länger für eine zusätzliche Herz-Lungen-Wiederbelebung aufgeschoben werden. Das ERC rät weiterhin in Übereinstimmung mit den ILCOR-Behandlungsempfehlungen dazu, die Elektrodenpads auf den nackten Brustkorb der betroffenen Person in einer anterolateralen Position zu platzieren.

Das ERC empfiehlt zudem, dass Laienhelfende Brustkorbkompressionen durchführen und einen AED verwenden, da das Risiko von Schäden, welche durch den Einsatz eines Automatisierter Externer Defibrillator aufgrund von versehentlichen Schocks entstehen könnten, gering ist und die Verwendung eines AEDs allgemein sicher ist. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wird zusätzlich geraten, dass medizinisches Fachpersonal eine Schutzausrüstung bei aerosolerzeugenden Verfahren verwenden.

iPAD CU-SP1 semi AED mit HLW Puppe

Was für eine Rolle spielt die stabile Seitenlage bei einer Reanimation?

Wenn die betroffene Person wieder normal atmet, aber weiterhin nicht ansprechbar ist, sollte dieser in die stabile Seitenlage positioniert werden. Diese sollte ausschließlich bei Personen angewendet werden, die nicht die Kriterien für die Einleitung einer Beatmung oder Herzdruckmassage erfüllen. Ebenfalls kann diese bei Erwachsenen und Kindern angewendet werden, die eine verminderte Reaktionsfähigkeit aufgrund einer Erkrankung oder eines nicht-physischen Traumas aufweisen. Bei einer ausgeführten stabilen Seitenlage ist zu beachten, dass die Atmung der betroffenen Person kontinuierlich überwacht werden sollte und wenn die Atmung ausbleibt oder abnormal wird, diese auf den Rücken zu rollen und eine Herzdruckmassage durchzuführen.

Die Erkenntnisse über die Behandlung von Atemwegsobstruktionen wurden in den ERC-Richtlinien von 2021 umfassend aktualisiert, die Behandlungsalgorithmen bestehen jedoch weiterhin.

Wie kann der Einsatz von Smart Devices und Technologie bei einer Reanimation helfen?

Smartphones und Smartwatches werden als interessante Devices für die Ausbildung in der kardiopulmonalen Reanimation und Defibrillation mit hohen Potenzialen angesehen. So wurden bereits spezielle Smartphone-Apps entwickelt, welche Ausbildungsinhalte zur Reanimation vermitteln oder die Reanimationsqualität durch eingebaute Beschleunigungsmesser zu verbessern. Dieselbe Technologie kann auf die Smartwatch angewendet werden, welche aufgrund ihrer Größe und Tragbarkeit ein geeignetes Device darstellt. Studien konnten bereits zeigen, dass die Qualität der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch den Einsatz einer Smartwatch-basierten App mit audiovisuellem Echtzeit-Feedback verbessert werden konnte. Ebenfalls können Apps zur Lokalisierung von nächstgelegenen Automatisierteen Externen Defibrillatoren zur Qualitätsverbesserung beitragen.

Eine weitere Strategie zur Verbesserung der Reanimationsqualität stellt die Video-Kommunikation dar. So werden beispielsweise Video-Anweisungen für die Durchführung einer Reanimation ermöglicht. Ebenfalls kann die künstliche Intelligenz angewendet werden, um bei der klinischen Entscheidungsfindung und der Identifizierung eines Herzstillstandes zu helfen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Überlebensrate wird derzeit evaluiert.

Um den Zugang zu naheliegenden AEDs in Notsituationen zu verbessern, können auch Drohnen eingesetzt werden. Somit könnte die Zeit bis zur ersten Defibrillation verkürzt und somit die Überlebensrate der betroffenen Person erhöht werden. Studien konnten bereits zeigen, dass eine Drohne früher am Unfallort antreffen kann als ein Rettungswagen und die Interaktion mit einer Drohne für Laien als sicher und praktisch angesehen wird.

Auch die Telefonreanimation (T-CRP) stellt eine Möglichkeit dar, die Qualität der Reanimation zu verbessern und den Ersthelfenden ihre Angst zu nehmen, etwas falsch zu machen. Die T-CPR bildet eine telefonische Anleitung zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen und wird durch Leitstellendisponent:innen durchgeführt. Die Durchführung einer Telefonreanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wird von ERC ebenfalls in ihren Leilinien empfohlen, um die Überlebenschancen des Opfers zu steigern.

Der Einfluss von verschiedenen Technologien auf die Erkennung von Herzstillständen und den Erfolg der Reanimation, sowie die Überlebensrate muss weiter erforscht werden.

Was ist bei einer Reanimation während der COVID-19-Pandemie zu beachten?

Der ERC hatte während der Entwicklung der neuen Leitlinien zudem die COVID-19-Pandemie mit einzubeziehen und hat daher Richtlinien für eine modifizierte Erste Hilfe bei einem Verdacht oder einer Bestätigung von COVID-19 veröffentlicht. Dazu wurde ein systematisches Review herangezogen, auf dessen Grundlage ein Anstieg von Kreislaufstillständen, die sich außerhalb des Krankenhauses ereignen, festgestellt werden konnte. Ebenfalls stieg die Anzahl der häuslichen Kreislaufstillstände während Corona, dessen Verlauf davon abhing, ob dieser beobachtet wurde. Gleichzeitig verlängerte sich die Reaktionszeit von Rettungskräften, sodass seltener eine Reanimation begonnen oder fortgesetzt wurde.

Während der COVID-19-Pandemie sollte der/die Ersthelfende den Bewusstseinszustand und die Atmung der betroffenen Person lediglich durch Ansprechen und Berühren, sowie Beobachten des Brustkorbes geprüft werden. Anschließend wird der Notruf abgesetzt. Ersthelfende und Betroffene sollten, falls noch nicht vorhanden, durch eine Mund-Nasen-Bedeckung geschützt werden. Der/die Ersthelfende führt unverzüglich eine Thoraxkompression durch, wobei eine Beatmung im Verhältnis von 30:2 als optional angesehen wird. Anschließend wird unverändert, sobald dieser eintrifft, ein Automatisierter Externer Defibrillator eingeschaltet und dessen Anweisungen befolgt. Der AED sollte durch eine/n weitere/n Ersthelfende/n geholt werden, da die Herzdruckmassage nicht unterbrochen werden sollte, bis der AED angeschaltet und an der betroffenen Person angebracht wurde.

Gehen auch Sie auf Nummer sicher! Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns unter www.resq-care.de und beraten Sie gerne über unsere AED-Geräte und Defibrillatoren. Ebenfalls bieten wir Ihnen eine Einweisung mit dem Umgang der AEDs an.

Literatur:

European Resuscitation Council (2021): New ERC Guidelines. Verfügbar unter https://cprguidelines.eu

European Resuscitation Council (2021): Resuscitation 2021: The Guidelines Congress. Verfügbar unter https://www.erc.edu

German Resuscitation Council (2021): Arbeitsgruppe Telefonreanimation (T-CPR). Verfügbar unter https://www.grc-org.de/arbeitsgruppen-projekte/15-1-Telefonreanimation

German Resuscitation Council (2021): Reanimation 2021. Leitlinien Kompakt. Verfügbar unter https://nerdfallmedizin.blog/2021/03/25/neue-reanimationsleitlinien-2021-erc/

  1. Soar, et al., European Resuscitation Council Guidelines 2021: Adult advanced life support, Resuscitation (2021), https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2021.02.010

T.M. Olasveengen, et al., European Resuscitation Council Guidelines 2021: Basic Life Support, Resuscitation (2021), https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2021.02.009

 

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KFZ Werkstatt

KFZ Hochvoltsysteme – Elektro- und Stromunfall: Die DGUV empfiehlt AEDs!

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Defibrillatoren geben der KFZ Elektromobilität Sicherheit

Das Elektroauto ist eine Innovation unserer modernen Welt und findet immer mehr Anwendung im Verkehrsalltag. In Deutschland ist 2021 laut Statista der Bestand an Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr um ganze 126% gewachsen.

Hochvoltsysteme bergen Risiken – AEDs beenden lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Elektroautos benötigen aufgrund ihres Hochvoltsystems andere Methoden der Wartung und Reparatur als sonstige PKWs.

Sie enthalten hochspannungsgeladene Kondensatoren und spannungsgeladene Teile, mit welchen man bei der Reparatur oder Wartung in Kontakt kommen kann. Daraus ergibt sich die Gefahr eines Elektro- bzw. Stromunfalls, welcher oft mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemstillstand oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen einhergehen.

Bei solch einem Notfall muss schnell gehandelt werden, denn mit jeder verstrichenen Minute sinken die Überlebenschancen des Betroffenen erheblich. Dabei muss unverzüglich eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erfolgen, wobei die Überlebenschancen deutlich erhöht werden, wenn ein Laiendefibrillator (AED) zum Einsatz kommt.

Zur Risikogruppe eines solchen Unfalles gehören besonders Menschen, die in einer Kfz-Werkstatt oder bei einem Abschleppdienst arbeiten, sowie Personen, welche ein Unfall-Elektroauto bergen.

AED Gerät für Elektro- und Stromunfall

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) spricht Defibrillator Empfehlung aus

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) spricht daher die Empfehlung für Kfz-Betriebe aus, jeweils einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) zur Verfügung zu haben.

AEDs wurden speziell für die Anwendung von Laien konzipiert und führen den Helfenden durch Sprachanweisungen und Piktogramme einfach und sicher durch den Prozess der Reanimation.

In Deutschland gibt es allerdings laut DGUV nur eine indirekte AED-Pflicht für Kfz-Betriebe, denn der Unternehmer ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und dementsprechend schützende Maßnahmen umzusetzen. Weiterhin empfiehlt die DGUV die Durchführung von Fortbildungen der Ersten Hilfe und in dem Umgang eines Defibrillators.

Weitere interessante Informationen im Umgang mit Hochvoltsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen findest Du bei der Eidesgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (www.agvs-upsa.ch) und bei der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (2016): FAQ-Liste der AG „Handlungsrahmen Elektromobilität“. [externer LINK zur PDF-Datei – https://www.agvs-upsa.ch/sites/default/files/global_files/ekas-broschuere-hochvolt-06281_d.pdf]

Gehen auch Sie auf Nummer sicher! Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns unter www.resq-care.de und beraten Sie gerne über unsere AED-Geräte und Defibrillatoren. Ebenfalls bieten wir Ihnen eine Einweisung mit dem Umgang der AEDs an.

Quellen:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (2016): FAQ-Liste der AG „Handlungsrahmen Elektromobilität“. Verfügbar unter https://www.dguv-vorsorge.de/medien/fb-holzundmetall/sachgebiete/fahrzeug/elektromobilitaet/faq_elekro.pdf

 

Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS (2015): Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Umgang mit Hochvoltsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Verfügbar unter https://www.agvs-upsa.ch/sites/default/files/global_files/ekas-broschuere-hochvolt-06281_d.pdf

 

Statista (2021): Zugelassene E-Autos in Deutschland bis 2021. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland/

Sportarten für die Herzgesundheit

Das gesunde Herz und sein Lebensretter AED

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 3 Minuten

Das gesunde Herz und sein Lebensretter AED

Ein sitzender Lebensstil hat negative Auswirkungen auf die Herzgesundheit

Heutzutage verbringen wir immer mehr Zeit im Sitzen: auf der Arbeit oder in der Freizeit, wie etwa vor dem Fernseher, dem Computer oder dem Smartphone. Auch mit dem Alter steigt die Lebenszeit, die man sitzend verbringt, rapide an. Die australische Bevölkerung verbringt die Hälfte ihrer Wachzeit im Sitzen, liegend oder angelehnt, während schwedische Studien zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. 

Einige Studien konnten bereits zeigen, dass langes Sitzen mit beispielsweise Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskulären Erkrankungen und manchen Krebsarten assoziiert werden kann. So haben Erwachsene, die zehn Stunden am Tag sitzen, ein 34% höheres Gesamtmortalitätsrisiko als solche, die nur eine Stunde am Tag sitzend verbringen.  

Eine Studie der American Cancer Society untersuchte und analysierte die Daten einer prospektiven US-Kohorte und kam zu dem Ergebnis, dass Menschen, die mehr als sechs Stunden in ihrer Freiheit sitzen, ein 19% höheres Mortalitätsrisiko(1) haben als Menschen, die weniger als drei Stunden ihrer Freizeit sitzend verbringen. 

Der sogenannte „sedentäre Lebensstil“ kann also nicht nur zu Herzerkrankungen führen, sondern auch das Risiko für weitere Erkrankungen und für einen frühzeitigen Tod erhöhen. Bewegung ist daher besonders wichtig, um diesen Risiken vorzubeugen. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) empfiehlt dabei 30 Minuten Bewegung am Tag mit etwa 10.000 Schritten. Eine Standford-Studie wertete dabei aus, dass die durchschnittliche Anzahl an Schritten in Deutschland bei lediglich 5.200 liegt. In anderen Untersuchungen wurde die Anzahl der täglichen Schritte bei Büroangestellten auf lediglich 2.000 bis 3.000 Schritte geschätzt. Büromenschen wird empfohlen, während der Arbeit kleine Sitzunterbrechungen mit wenigen Minuten leichter, körperlicher Aktivität einzuführen.  

(1) Mortalität (von lat. mortalitas „Sterblichkeit“), Mortalitätsrate, Sterblichkeit oder Sterberate sind Begriffe aus der Demografie. Sie bezeichnen jeweils die Anzahl der Todesfälle bezogen auf die Gesamtanzahl der Individuen oder – bei der spezifischen Sterberate – bezogen auf die Anzahl in der betreffenden Population, und zwar immer in einem bestimmten Zeitraum (im Gegensatz zur Quote, die sich nicht auf einen Zeitraum bezieht).  

Quellen: 

Althoff, T., Sosič, R., Hicks, J. et al. (2017): Large-scale physical activity data reveal worldwide activity inequality. Nature 547, 336–339.  

Chau, J.Y.Grunseit, A.C.Chey, T. et al. (2013): Daily sitting time and all- cause mortality: a meta-analysis. PLoS One, 8(11):e80000.  

Ford, E.S. & Caspersen, C.J. (2012): Sedentary behaviour and cardiovascular disease: a review of prospective studies. Int J Epidemiol, 41(5):1338–1353.  

Hagströmer, M., OjaP. & Sjöström, M. (2007): Physical Activity and Inactivity in an Adult Population Assessed by Accelerometry. Medicine & Science in Sports & Exercise 39 (9): 1502–1508.  

Healy, G. N., Dunstan, D. W., Salmon, J., Cerin, E., Shaw, J. E., Zimmet, P. Z. & Owen, N. (2008): Breaks in sedentary time: beneficial associations with metabolic risk. Diabetes Care 31(4): 661–666.  

Menai, M., Fezeu, L., Charreire, H., et al. (2014): Changes in sedentary behaviours and associations with physical activity through retirement: a 6-year longitudinal study. PLoS One, 9(9): e106850.  

Patel, A.V., Hildebrand, J.S., Campbell, P.T., et al. (2015): Leisure-time spent sitting and site-specific cancer incidence in a large US cohort. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev, 24(9): 1350–1359.  

PatelA.V.Maliniak, M.L., Rees-Punia, E., Matthews, C.E. & Gapstur, S.M. (2018): Prolonged Leisure Time Spent Sitting in Relation to Cause-Specific Mortality in a Large US Cohort. Am J Epidemiol, 187(10):2151-2158.  

Schmid, D.Leitzmann, M.F. (2014): Television viewing and time spent sedentary in relation to cancer risk: a meta-analysis. J Natl Cancer Inst, 106(7).  

Wilmot, E.G., Edwardson, C.L.Achana, F.A., et al. (2012): Sedentary time in adults and the association with diabetes, cardiovascular disease and death: systematic review and meta-analysis. Diabetologia, 55(1):2895–2905.  

World Health Organization (WHO) (2010): Global recommendations on physical activity for health. Verfügbar unterhttps://www.who.int/publications/i/item/9789241599979. 

112-Rettungswagen-Notruf

Wir feiern den Europäischen Tag des Notrufs 112

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Lesezeit ca. 2 Minuten

Immer und überall kostenlos zu erreichen: Wir feiern den Europäischen Tag des Notrufs 112

Was bei einem Notfall zutun ist? Richtig – die 112 anrufen! Laiendefibrillatoren ermöglichen eine einfache und sichere Reanimation, bis der Rettungsdienst eintrifft!

Jährlich findet am 11. Februar der Europäische Tag des Notrufs statt. Das Datum wurde bewusst auf den 11.2. gelegt, um die europaweite Gültigkeit der lebensrettenden Notrufnummer 112 zu betonen.  Eingeführt wurde dieser Aktionstag durch das Europäische Parlament, dem Rat der Europäischen Union und der EU-Kommission. Grund für die Einführung des Jahrestages war der niedrige Bekanntheitsgrad der EU-Gültigkeit des Notrufs 112. 

Unter der Nummer 112 sind Notfalldienste von allen Festnetz- und Mobiltelefonen aus in der gesamten Europäischen Union zu jeder Zeit gebührenfrei zu erreichen.

Dieser einheitliche Notruf wurde 1991 ins Leben gerufen und hatte unter anderem die Funktion, die Erreichbarkeit von Notdiensten für Reisende zu vereinfachen. Die Notrufnummer wird kontaktiert, wenn ein akuter Notfall eintritt, beispielsweise, wenn ein Unfall passiert ist oder sich eine Person in einer lebensbedrohlichen Situation befindet. Am besten sollte die 112 auch gewählt werden, wenn noch nicht geklärt ist, ob es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt. Beim Anruf des Notdienstes sollte der Anrufer Informationen über die W’s angeben: Wo? Was? Wie viele? Welche Verletzungen? Warten auf Rückfragen! Anschließend macht sich die Feuerwehr, ein medizinisches Team oder die Polizei auf den Weg zum Ort des Geschehens, um schnell Hilfe zu leisten. 

Auch wenn Jemand einen Herzstillstand erleidet, tritt sofort die Rettungskette in Kraft: Hilfe rufen, den Notdienst alarmieren und unverzüglich mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung startenJe früher Hilfemaßnahme erfolgen, desto höher stehen die Überlebenschancen des Betroffenen. Bereits nach fünf Minuten beginnen die Überlebenschancen, drastisch zu sinken. Damit auch Laien in Notsituationen sicher und einfach Hilfe leisten können, bis das Rettungsteam den Unfallort erreicht, wurden automatisierte externe Defibrillatoren entwickelt (AEDs). Sobald das AED-Gerät eingeschaltet wird, führt dieser Sie mit Hilfe von Sprachansagen und eindeutigen Piktogrammen durch den Prozess der Wiederbelebung. AEDs arbeiten dabei mit Hilfe von gezielten Elektroschocks und gewährleisten Ihnen Sicherheit durch integrierte Schutzmechanismen. Der einzige Fehler, den Sie hierbei begehen können, wäre deshalb, dieses Gerät nicht einzusetzen!  

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Wie handele ich in Notsituationen? Gebrauch und Rolle des AEDs

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Wie handele ich in Notsituationen? Gebrauch und Rolle des AEDs

Der plötzliche Herztod kann Jeden zu jeder Zeit treffen – ob jung oder alt. Laut dem Statistischen Bundesamt sind chronische ischämische Herzkrankheiten, akute Myokardinfarkte und Herzinsuffizienzen sogar die drei häufigsten Todesursachen in Deutschland und sind meistens die Ursache für einen plötzlichen Herzstillstand. Die Überlebenschancen sinken mit jeder Minute, in welcher das Herz des Betroffenen nicht wieder zum schlagen gebracht wird. Es zählt also jede Sekunde! Was Du tun kannst, wenn Jemand in deinem Umfeld einen plötzlichen Herzstillstand erleidet, erfährst du hier.

Bei dem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Sekunde, denn die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt bei jeder verstrichenen Minute rapide. Trotzdem liegt die Ersthelferquote in Deutschland nur bei 15%. Was ist also zu tun, wenn man Zeuge eines plötzlichen Herzstillstandes wird? 

Wie helfe ich bei einem plötzlichen Herzstillstand und wie kommt der AED zum Einsatz?

Da bei einem Herzstillstand schnell gehandelt werden muss, ist es wichtig, dass Zeugen sofort eingreifen. Solltest du also mitbekommen, dass Jemand plötzlich sein Bewusstsein verliert und nicht mehr atmet, leiste unbedingt Erste Hilfe.  

Schritt 1 (Prüfen): Als Erstes solltest du überprüfen, ob die betroffene Person bewusstlos ist, indem du sie ansprichst. Reagiert sie nicht, beobachte, ob sich der Brustkorb des Betroffenen hebt und senkt. Ist dies nicht der Fall, liegt höchstwahrscheinlich ein Herzstillstand vor. Du solltest aber auch darauf achten, dass bei einer Schnappatmung keine normale Atmung vorliegt. 

Schritt 2 (Rufen): Setze einen Notruf mit der 112 ab. Beim Gespräch mit der Notrufzentrale solltest du die Zuständigen darüber informieren, wer du bist, wo du dich aufhältst und was du beobachtet hast. Beende das Gespräch erst, wenn du alle Fragen der Notrufzentrale beantwortet hast. 

Schritt 3 (Drücken): Beginne anschließend so schnell wie möglich mit einer Herzdruckmassage. Lass dir auch von anderen helfen, wenn du in der Öffentlichkeit bist. Während die betroffene Person auf dem Rücken liegt, kniest du dich neben sie und platzierst deine Hand auf die Mitte des Brustkorbes des Betroffenen. Die andere Hand legst du anschließend auf die platzierte Hand und drückst das Brustbein mit gestreckten Armen in Richtung Wirbelsäule. Das sollte 100 mal pro Minute geschehen, was dem Takt des Liedes „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees entspricht. In aktuellen Zeiten von Corona empfiehlt die deutsche Herzstiftung, keine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen und zum Schutz vor Viren ein dünnes Tuch über den Mund-Nasen-Bereich des Betroffenen zu legen. 

Schritt 4 (AED): Fordere Umstehende dazu auf, einen AED ausfindig zu machen und diesen zu holen. Einen AED kannst du nur einsetzen, wenn du die Erste Hilfe nicht alleine durchführst, denn es ist wichtig, dass die Herzdruckmassage kontinuierlich fortgesetzt wird, bis ein AED zur Hand ist. Anschließend schaltest du und ein weiterer Helfer den AED an folgst den Sprachanweisungen des Gerätes. Ein AED kannst du ohne Vorkenntnisse einsetzen, da er für Laien konzipiert wurde. Die Erste Hilfe muss kontinuierlich fortgesetzt werden, bis das Rettungsteam eintrifft und übernehmen kann.  

Warum sollte dabei ein AED eingesetzt werden? Durch eine Herzdruckmassage kannst du für kurze Zeit ermöglichen, dass Blut in das Gehirn des Betroffenen fließt. Bei einem Kammerflimmern kann jedoch nur der Einsatz eines AEDs helfen und einen Herzschlag erzeugen.  

Wie läuft die Erste Hilfe bei Kindern und Säuglingen ab? 

Manchmal sind auch bei Säuglingen und kleinen Kindern Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig, wenn sie bewusstlos sind und ihre Atmung aussetzt. Das Kind sollte dabei nur so weit wie nötig entkleidet werden. Bei einem Säugling wird die Herzdruckmassage durchgeführt, indem statt einer ganzen Hand nur zwei Finger auf die Mitte des Brustkorbes gesetzt werden und nach unten gedrückt werden. Bei Kleinkindern wird das Prozedere lediglich mit einem oder zwei Handballen durchgeführt – die Finger sollen dabei nicht auf der Brust liegen. 

Auch Kindern kann ein AED Leben retten. Es gibt für viele AEDs eigene Kinder-Defibrillationselektroden.

Sollte ich mir für Zuhause auch einen AED anschaffen? 

Lediglich 10 Prozent der Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, überleben diesen auch – meist durch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung oder durch die Behandlung mit einem AED. Vor allem jetzt, wo wir viel Zeit in unserem Zuhause verbringen, steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, einen plötzlichen Herzstillstand in den eigenen vier Wänden zu erleiden.  

Glücklicherweise werden immer mehr AEDs in Unternehmen und Schulen angeschafft, aber im Homeoffice oder Homeschooling hilft uns das nicht weiter. Auch durch die derzeitige Überlastung von Rettungsdiensten verlängert sich die Wartezeit des Eintreffens und des Einsatzes einer Defibrillation.  

Außerhalb der häuslichen Umgebung erhöht sich der Einsatz eines AEDs vor Eintreffen des Rettungsdienstes von 10 Prozent auf etwa 74 Prozent.  

Eine französische Studie zeigt zum Beispiel, dass sich die Anzahl der Herzstillstände im eigenen Zuhause von etwa 77 Prozent auf 90 Prozent erhöht hat (Marijon et al., 2020). Auch die Überlebenschancen sanken erheblich, da Wiederbelebungsmaßnahmen gar nicht oder zu spät erfolgten (Marijon et al., 2020). 

Die Anschaffung eines AEDs macht für das häusliche Umfeld daher gerade in der heutigen Zeit Sinn und kann zwischen Leben und Tod entscheiden.  

Kann man dem Auftreten von plötzlichem Herzstillstand vorbeugen?

Der plötzliche Herzstillstand kann Jeden betreffen – auch Kinder und Jugendliche. In den USA betreffen ungefähr 2 Prozent der Tode durch einen plötzlichen Herzstillstand Kinder. 

Verschiedene Erkrankungen können häufig in Verbindung mit einem plötzlichen Herzstillstand gebracht werden, wie beispielsweise eine Kardiomyopathie, eine Dysplasie, Anomalien der Koronararterien, sowie das Long-QT-Syndrom oder das Wolff-Parkinson-White Syndrom. Da die Überlebensrate bei einem plötzlichen Herzstillstand lediglich bei etwa 10 Prozent liegt, wäre eine primäre Präventionsstrategie sinnvoll, bei der gefährdete Jugendliche mittels EKG identifiziert werden. Somit wird eine Überwachung der Symptome und des Zustands der Gefährdeten, wie auch eine potenzielle Verhinderung vorzeitiger Todesfälle möglich. Klinische Berichte konnten bereits darauf hindeuten, dass der Tod bei gefährdeten Menschen verhindert werden kann, sobald eine Behandlung mit medizinischen Standardverfahren eingeleitet wird. Frühzeitig angesetzte Präventionsstrategien im Kindes- und Jugendalter haben folglich das Potenzial, Leben zu retten! 

Herz-Lungen-Wiederbelebung als Voraussetzung für den Schulabschluss?

In den USA wird bereits in 33 Staaten eine Herz-Lungen-Wiederbelebung vor Abschluss der Highschool verlangt. Auch in skandinavischen Ländern ist die Wiederbelebung eines der Pflichtfächer in der Schule. Der Erfinder der Herz-Lungen-Wiederbelebung, Dr. med. Peter Safar, betonte zu seinen Lebzeiten, dass diese eine grundlegende Lebenskompetenz sei, die man von klein auf lernen sollte – wie etwa das Zähneputzen.  

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung auch als Pflichtfach in Deutschland einzuführen, würde eine neue Generation von Lebensrettern erschaffen, welche wiederum das Leben von Tausenden zukünftigen Opfern retten könnte! Und welches Schulfach ist schon wichtiger, als zu lernen, wie man ein Leben rettet? Dabei ist es heutzutage eine Leichtigkeit, die drei Schritte der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu erlernen: Rufen, Prüfen, Drücken – das war`s! 

Also Deutschland, worauf warten wir noch? Diese Entscheidung kann in der Zukunft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. 

Warum muss ich mich aufklären lassen?

Das Überleben nach einem plötzlichen Herzstillstand hängt größtenteils davon ab, ob und wie schnell Wiederbelebungsmaßnahmen durch Herzdruckmassagen oder AEDS durchgeführt werden. Aktuell werden jedoch an weniger als 4 von 10 Personen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt und weniger als 2 von 10 Personen mit einem AED behandelt, bevor ein Rettungsdienst eintrifft.  

Die „Sudden Cardiac Arrest Foundation“ erkannte in ihren Untersuchungen, dass geringes öffentliches Bewusstsein und Verständnis über den plötzlichen Herzstillstand der Bevölkerung die Hauptgründe für niedrige Überlebensraten sind. Sie hält eine verständliche und laienfreundliche Definition und Aufklärung des plötzlichen Herzstillstandes für unerlässlich, um die Bereitschaft, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen und einen AED zu nutzen, zu erhöhen. Denn wenn die breite Öffentlichkeit versteht, was hinter dem plötzlichen Herztod steht und dass dieser Jeden – ob alt oder jung – treffen kann, und dass der Einsatz von AEDS, sowie die Durchführung von Wiederlebensmaßnahmen die Überlebensraten der Betroffenen verdoppeln oder sogar verdreifachen kann, auch das Handeln zunimmt. Aufklärung heißt also: Handeln!

Quellen und Literatur: 

Deutsche Herzstiftung (2021): Richtiges Verhalten bei Herzinfarkt und Herzstillstand. Verfügbar unter https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinfarkt/erste-hilfe  

Deutsches Rotes Kreuz (2021): Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen und Kleinkindern. Verfügbar unter https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/wiederbelebung-bei-kindern-und-saeuglingen/  

Körner, M. (1967): Der plötzliche Herzstillstand. Akuter Herz- und Kreislaufstillstand. Berlin-Heidelberg: Springer-Verlag. 

Marijon, E. et al. (2020): Out-of-hospital cardiac arrest during the COVID-19 pandemic in Paris, France: a population-basedobservational study. Lancet Public Health 2020; DOI: https://doi.org/10.1016/S2468-2667(20)30117-1 

Melzer, M. (2019): Plötzlicher Herztod: Unerwartet und tragisch. Verfügbar unter https://www.apotheken-umschau.de/Ploetzlicher-Herztod  

Statistisches Bundesamt (2015): Gesundheit. Todesursachen in Deutschland. Verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Publikationen/Downloads-Todesursachen/todesursachen-2120400157004.pdf?__blob=publicationFile  

Sudden Cardiac Arrest Foundation (2020): Home is where the Heart isShould’nt an AED be there too? Verfügbar unter https://www.sca-aware.org/blog/mnewman/home-is-where-the-heart-is-shouldnt-an-aed-be-there-too 

Sudden Cardiac Arrest Foundation (2020): Understanding Sudden Cardiac Arrest Drives Bystander Action. Verfügbar unter https://www.sca-aware.org/blog/scafoundation/understanding-sudden-cardiac-arrest-drives-bystander-action 

Sudden Cardiac Arrest Foundation (2020): Should we screen youth for conditions associated with sudden cardiac arrest? Verfügbar unter https://www.sca-aware.org/blog/mnewman/should-we-screen-youth-for-conditions-associated-with-sudden-cardiac-arrest 

Sudden Cardiac Arrest Foundation (2020): 33 States now require CPR training bevor high school graduationWhat are the others waitinf for? Verfügbar unter https://www.sca-aware.org/blog/scafoundation/33-states-now-require-cpr-training-before-high-school-graduation-what-are-the 

Paar bei der Wanderung

Die bloße Anwesenheit eines AEDs hilft nicht – Du musst aktiv werden!

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 4 Minuten

Die Anschaffung eines Defibrillators rettet Leben in einer Situation, in die Du selbst oder die Menschen, die Dir am Herzen liegen, jederzeit geraten können. Jeder kann vom plötzlichen Herztod betroffen sein. AED-Geräte erhöhen nicht nur deutlich die Überlebenschance, sondern verdoppeln auch die Chance auf ein Leben ohne gesundheitliche Folgeschäden. Die Bedienung ist dabei kinderleicht und für jeden Menschen möglich, selbst wenn du nicht auf die Notsituation vorbereitet bist. Daher empfiehlt auch die Bundesärztekammer die Anschaffung eines AED-Geräts.

Den aktiven Griff zum lebensrettenden Defibrillator kann Dir das Gerät allerdings nicht abnehmen, daher hilft die bloße Anwesenheit des Defibrillators nicht, sondern Du musst aktiv werden!

Wie profitierst Du als Ersthelfer von einem AED-Gerät?

Ein Defibrillator ist ein Gerät mit dem der normale Herzrhythmus durch gezielte Elektroschocks wiederhergestellt werden kann. Von den Geräten, die man aus einschlägigen Arztserien kennt, unterscheiden sich sogenannte AEDs. AEDs begleiten Dich Schritt für Schritt bei Deiner Erfahrung als Ersthelfer. Mit ihrer Hilfe kannst Du auch in stressigen und emotional aufwühlenden Situationen einen kühlen Kopf bewahren und alle notwendigen Maßnahmen einleiten. Ab dem Moment, wo Du den Defibrillator gegriffen und angeschaltet hast, wird er Dich mit genauen Anweisungen durch die Situation leiten. Du brauchst also keine Angst vor Fehlern zu haben. Untätig zu bleiben wäre der einzige Fehler, den Du begehen könntest.

Die Ersthelferquote liegt in Deutschland beim plötzlichen Herztod nur bei circa 15%.

Bist Du zur Ersten Hilfe verpflichtet?

Grundsätzlich gibt es eine Verpflichtung zur Leistung von Erster Hilfe in Notfällen. Diese Pflicht besteht nicht nur auf moralischer und ethischer Ebene, sondern ist auch im § 323c des Strafgesetzbuchs festgelegt. Gemäß des Paragrafens ist es Deine Pflicht, bei einem Notfall unverzüglich Hilfe zu leisten. Dabei wird nur so viel von Dir verlangt, wie Du auf Grund Deiner Fähigkeiten zu leisten im Stande bist. Solange Du also stets nach bestem Wissen und Gewissen handelst, hast Du auch dann keine Konsequenzen zu erwarten, falls Du bei der Ersten Hilfe etwas falsch machen solltest. Bleibst du allerdings innerhalb Deiner Möglichkeiten untätig, machst Du Dich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar.

Paragraph und Gesetz

Gibt es Ausnahmen von der Pflicht zur Hilfeleistung?

Die Pflicht zur Hilfeleistung besteht nur dann, wenn die Hilfeleistung zumutbar ist.  Was genau zumutbar ist und was nicht, liegt vermutlich im Auge des Betrachters. Um Klarheit zu verschaffen, wurden daher im Paragrafen § 323c StGB genaue Regelungen festgelegt.
Laut Strafgesetzbuch ist die Hilfeleistung nur dann zumutbar, wenn Du Dich als Ersthelfer durch die Hilfeleistung nicht selbst in Gefahr bringst.  Dabei gilt das Prinzip Eigenschutz vor Fremdschutz. Auch wenn Du durch die Hilfeleistung andere wichtige Pflichten wie beispielsweise die Aufsichtspflicht über ein Kind verletzen müsstest, gilt die Erste Hilfe ebenfalls als nicht zumutbar und ist nicht verpflichtend.

Noch einmal in Kürze:

  • Du kannst nichts falsch machen, außer nicht zu helfen.
  • Solange Du tätig wirst, hast Du keine Konsequenzen zu erwarten.
  • Keiner wird von Dir verlangen Dich in eine Situation zu begeben, in der Du Dich selbst gefährden wirst.
  • Überwinde den Gedanken, dass jemand mit einer höheren Kompetenz anwesend sein könnte.
  • Stelle Dir die Frage, was Du Dir in so einer Situation von Deinen Mitmenschen wünschen würdest.

Well done is better than well said.

Benjamin Franklin

Worte reichen oftmals nicht, um den Menschen die Angst vor Fehlern zu nehmen. Was dabei hilft ist das praktische Üben des Ernstfalls in Schulungen. Für betriebliche Ersthelfer ist es sogar Pflicht, alle 2 Jahre an einem Erste-Hilfe-Training teilzunehmen.

Bist Du dem plötzlichen Herztod schutzlos ausgeliefert?

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 2 Minuten

Der plötzliche Herztod scheint aus heiterem Himmel zu kommen und einzuschlagen wie ein Blitz. Aber selbst bei Naturereignissen wie einem Gewitter gibt es Maßnahmen, die Du treffen kannst, um die Gefahr eines Blitzschlags abzuwenden. Genauso gibt es Möglichkeiten, Dein Risiko für den plötzlichen Herztod zu senken.

Mit unserer Lebensführung tun wir unserem Herzen häufig keinen Gefallen.

Zu viel Stress und seelische Belastungen können unserem Herzen das Leben schwer machen. Dazu nehmen wir uns neben der Arbeit und privaten Verpflichtungen oft zu wenig Zeit für Bewegung und gesunde Ernährung. Im Gegenteil, der Hektik und dem Stress des Alltags begegnen wir häufig mit Fast Food und Zucker sowie Koffein in allen möglichen Varianten.

Dieser Lebensstil hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit unseres Herzens.

Viele Faktoren können Dein Herz aus dem Takt bringen.

Neben einer familiären Veranlagung und bereits bestehenden Herzerkrankungen birgt eine ungesunde Lebensweise zahlreiche Risikofaktoren, die das Auftreten des plötzlichen Herztodes begünstigen. Stress, Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Rauchen und starker Alkoholkonsum können zu Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und Typ-2-Diabetes führen und stellen eine Belastung für Dein Herz da.

Das Vorliegen eines einzigen Risikofaktors reicht bereits aus, um die Gefahr eines plötzlichen Herztodes zu erhöhen. Mit jedem weiteren Laster nimmt das Risiko noch weiter zu – auch wenn ansonsten keine gesundheitlichen Probleme bestehen.

Wie kannst du Dein Herz schützen?

Bei bereits bestehender Herzerkrankung ist der beste Schutz vor dem plötzlichen Herztod die effektive Behandlung der Grunderkrankung.

Um Dein Risiko besser abschätzen zu können, solltest Du ab 40 Jahren regelmäßig zum Gesundheitscheck gehen, um eine Herzerkrankung frühzeitig zu erkennen und Schlimmeres abwenden zu können. Falls in Deiner Familie bereits Fälle vom plötzlichen Herztod bekannt sind, solltest Du Dein Herz am besten schon ab 35 Jahren regelmäßig untersuchen lassen.

Aber das reicht noch nicht.

Von einem plötzlichen Herztod kann jeder betroffen sein und nicht nur ältere Menschen mit einer bereits bekannten, schweren Herzerkrankung. Tatsächlich zählen nur 13% der Betroffenen zu einer Risikogruppe mit bereits bekannter Vorerkrankung. Also ist es wichtig, dass auch Du gut auf Dein Herz Acht gibst.

Eine gesunde Lebensweise und regelmäßiger, gemäßigter Sport senken das Risiko.

Eine gesunde Lebensweise hilft, dem plötzlichen Herztod vorzubeugen. Dazu ist es unerlässlich, die genannten Risikofaktoren zu vermeiden. Daher solltest Du mit dem Rauchen aufzuhören, Dich gesund zu ernähren und Deinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen.

Vor allem regelmäßige, moderate Bewegung hat eine enorme Schutzwirkung auf Dein Herz. Dabei reichen oft schon 30 Minuten schnelles Gehen am Tag.

Safe und Tresor

Aufbewahrung Deines AED

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 7 Minuten

Wo sollte der Defibrillator am besten aufbewahrt werden?
Du hast Dich entschieden, einen AED anzuschaffen. Der Gedanke, wo der Defibrillator am besten aufbewahrt werden soll, ist aber mindestens genauso wichtig und entscheidet neben der Bereitschaft der Anwesenden zur Ersten Hilfe darüber, ob betroffene Personen im Ernstfall wirklich von der Anschaffung eines AED-Geräts profitieren.

Wonach kannst Du Dich richten?

Im Falle eines plötzlichen Herztodes zählt jede Sekunde. Nur durch gezielte elektrische Stromimpulse durch ein AED-Gerät (automatischer externer Defibrillator) kann ein normaler Herzrhythmus wiederhergestellt und das Überleben der betroffenen Personen gesichert werden.
Jede Minute, in der keine Hilfe erfolgt, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit Deiner Kollegen, Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner um 10 %. Stell Dir vor, der Defibrillator befindet sich nur eine Minute entfernt. Selbst dann brauchst Du zwei Minuten, bis Du mit dem Defibrillator bei der betroffenen Person bist. Trotz Deines Willens schnellstmöglich zu helfen, ist ihre Chance zu überleben in der Zwischenzeit um weitere 20 % gesunken.

Defibrillator Wahrnehmungspaket

Der Aufbewahrungsort muss mit Bedacht gewählt werden

Generell gilt die Devise, dass ein Defibrillator für möglichst viele Menschen leicht zugänglich und gut erreichbar sein sollte. Daher empfiehlt es sich, die AED-Geräte an zentralen Orten mit einem hohen Personenverkehr, wie zum Beispiel in Empfangs- oder Eingangsbereichen anzubringen.
Die richtige Platzierung ist allerdings ein sehr individuelles Thema und hängt stark von der Art Deines Unternehmens und seiner Größe ab. So sollte z. B. auch auf weitläufigem Betriebsgelände die Nutzung eines Defibrillators innerhalb kürzester Zeit möglich sein und besondere Risiken im Betrieb abgewogen werden

Defibrillatoren müssen leicht zu finden sein

Ein Defibrillator hilft allerdings wenig, wenn niemand weiß, wo er steht. Daher solltest Du die AEDs in Deinem Betrieb im Flucht- und Rettungsplan kennzeichnen. Damit man sie auch in hektischen Notsituationen ohne Umwege findet, solltest Du sie gut sichtbar aufbewahren. Dabei hast Du verschiedene Optionen, um den Defibrillator in Deinem Unternehmen in den Mittelpunkt zu stellen. Neben der Wahl eines zentralen Aufbewahrungsorts kannst Du auch noch mit zusätzlich optischen Hinweisen wie z.B. Schildern auf den Defibrillator aufmerksam machen. Durch Hinweisschilder wird
zudem der Zweck des Geräts klar bestimmt. Außerdem kannst Du ruhig auch mit Stolz zeigen, dass Du Dich um die Gesundheit deiner Mitmenschen sorgst.

Sichere Aufbewahrung unter allen Bedingungen

Prinzipiell sind AEDs pflegeleicht und garantieren eine lange Laufzeit bei regelmäßiger Sichtkontrolle des Geräts und seines Zubehörs. Der iPad CU-SP1 und der iPad CU-SP2 verzeihen Dir sogar Stürze aus bis zu 1,2 m Höhe. Um Deinen Defibrillator allerdings nicht unnötig zu strapazieren und zu gewährleisten, dass er wirklich immer am vorgesehenen Ort zu finden ist, empfiehlt sich die Aufbewahrung in einem Wandschrank oder einer Wandhalterung.
Wenn Du möglichst vielen Menschen rund um die Uhr und unabhängig von Öffnungszeiten Zugang zu einem AED-Gerät ermöglichen möchtest, bietet es sich an, den Defibrillator im Freien aufzubewahren. Dafür gibt es spezielle Außenwandschränke. Diese schützen den Defibrillator nicht nur vor Regen, sondern dank eines eingebauten Heizelements auch vor eisigen Temperaturen.

Die Wahl des Aufbewahrungsorts: Eine individuelle Entscheidung

Wie bereits angeklungen ist, ist der richtige Aufbewahrungsort eines AEDs abhängig von dem Unternehmen und der Größe des Betriebsgeländes. Neben den allgemeinen Hinweisen hier, geben wir Dir auch gerne individuelle Tipps und Empfehlungen, die Du direkt auf Dein Unternehmen anwenden kannst. Dazu steht Dir unser Kundenservice gerne zur Verfügung. Im Rahmen der Ersteinweisung unterstützen wir Dich auch persönlich vor Ort dabei, ein geeignetes Plätzchen für Dein AED-Gerät zu finden.

  • AED – Wandhalterung

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  • AED Wandschrank

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  • AED Wandschrank mit Alarm

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  • Wahrnehmungspaket

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  • ARKY Wandschrank (Heat & Alarm)

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  • ROTAID SOLID PLUS mit Alarm

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  • ROTAID SOLID PLUS HEAT

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  • ROTAID SOLID PLUS HEAT Alarm

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Paragraph und Gesetz

Deine Pflichten

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 6 Minuten

Deine Pflichten

Nachdem Du Dich für den Kauf eines AED-Geräts entschieden hast, ist es fast geschafft

Einige Dinge geben wir Dir dennoch gern mit auf den Weg.

Zunächst solltest du wissen, dass du rechtlich als Betreiber eines Medizinproduktes giltst. Unter dem Begriff versteht das Bundesministerium für Gesundheit eine Person, die AED-Geräte zur Nutzung für andere Personen zur Verfügung stellt. Möchtest du als Privatperson ein AED-Gerät ausschließlich zu eigennützigen Zwecken nutzen, greift die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (kurz: MPBetreibV) nicht. Wir fassen für dich die wichtigsten Punkte aus dieser Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit zusammen.

 

Warum ist es wichtig, dass es eine Medizinprodukte-Betreiberverordnung gibt?

AEDs sind intelligente Geräte, die es kinderleicht machen, einem Menschen das Leben zu retten. Dabei musst Du nicht viel mehr tun, als den Anweisungen des Geräts Schritt für Schritt zu folgen. Allerdings funktioniert das in der Praxis nur, wenn das Gerät auch einsatzbereit und funktionsfähig ist.

Als Betreiber eines Medizinproduktes ist es Deine Aufgabe, die Weichen dafür zu stellen, dass der AED in der Lage ist, seinen Job zu erfüllen. Und das geht mit wenigen Maßnahmen.

Übrigens: Der Käufer eines AED-Gerätes muss nicht zwingend den Pflichten eines Betreibers nachkommen. Diese Aufgaben können auch auf eine andere Person im Unternehmen übertragen werden. Eine mündliche Übereinkunft darüber reicht allerdings nicht aus, sondern es muss schriftlich festgehalten werden, welche Person für den Defibrillator zuständig ist.

 

Was kommt auf Dich zu?

Inbetriebnahme

Bevor das AED-Gerät überhaupt von Dir in Deinem Unternehmen bereitgestellt werden darf, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden.

Zum einen muss eine Funktionsprüfung des Geräts vor Ort von einer vom Hersteller befugten Person durchgeführt werden. Es ist nicht ausreichend, wenn Du selbst die Prüfung vornimmst oder wenn wir das Gerät bei uns im Hause testen, bevor wir es zu Dir schicken.

Obwohl wir die AEDs die ganze Zeit als kinderleicht zu bedienen und selbsterklärend loben (und das sind sie auch wirklich), verlangt die MPBetreibV, dass Du als Betreiber in der Bedienung eines AEDs geschult wirst. Der einzige Fall, bei dem die Einweisungspflicht entfallen kann ist, wenn Du bereits nachweislich in ein baugleiches Gerät eingewiesen worden bist.

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, musst Du daran denken, Dir die Funktionsprüfung und die Einweisung schriftlich bestätigen zu lassen.

In Bezug auf die Einweisung kommt es gerne zu Missverständnissen, da für Anwender und Betreiber unterschiedliche Regelungen gelten. Anwender eines AEDs, also Personen, denen Du ein Gerät für den Notfall zur Verfügung stellst, müssen nicht in die Nutzung eingewiesen werden, da es sich um ein selbsterklärendes Laiengerät handelt. Also ein Gerät, das von jedem Menschen, auch ohne Vorkenntnisse, benutzt werden kann und darf. Ansonsten wäre der Gedanke, dass jeder im Notfall Leben retten kann nur eine reine Wunschvorstellung.

Wie unterstützen wir Dich bei der Inbetriebnahme?

Wenn Du bei uns ein Gerät kaufst, musst Du Dir keine Sorgen um die Funktionsprüfung und die Ersteinweisung machen. Für uns gehören diese beiden Punkte immer zum Kauf eines externen Defibrillators dazu. Wir wollen es uns schließlich nicht nehmen lassen, Dich auch einmal persönlich kennenzulernen.

Die Einweisung führen wir auch gerne zusammen mit den Ersthelfern in Deinem Unternehmen durch, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Berührungsängste mit dem Gerät abzulegen. Bei der Gelegenheit erklären wir auch gerne wie Pads und Batterien getauscht werden, oder an welcher Stelle das Gerät am besten platziert werden sollte.

Instandhaltung

Als Betreiber eines Medizinproduktes bist Du für die Inspektion, Wartung und Instandsetzung des Geräts zuständig. Dazu zählt beispielsweise auch die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft des Defibrillators nach der Verwendung.

Um welche Aufgaben handelt es sich dabei im Detail?

Während der AED immer der Gleiche bleibt, gilt dies nicht für die Batterie und die Defibrillationselektroden. Bei beiden handelt es sich um Gebrauchsgegenstände, die nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden müssen.

Die Defibrillationselektroden haben ab dem Zeitpunkt der Herstellung eine Haltbarkeit von ungefähr 36 Monaten. Wie bei anderen Produkten im Supermarkt findest Du auf der Verpackung der Elektroden ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Im Gegensatz zu den Produkten im Supermarkt, bei denen man ruhig auch mal ein Auge zudrücken kann, solltest Du das Mindesthaltbarkeitsdatum der Pads ernst nehmen. Sie wirken zwar unscheinbar, aber sind für die Funktion des AEDs essentiell, da über die Elektroden der Herzrhythmus geprüft und der Strom auf den Körper übertragen wird.

In Bezug auf die Batterien unserer Geräte kannst Du davon ausgehen, dass sie im Standby-Betrieb bis zu 5 Jahre lang halten. Allerdings ist die Haltbarkeit der Batterie auch davon abhängig, wie häufig der AED zum Einsatz kommt.

Woher weiß ich, dass ich handeln muss?

Bei der Instandhaltung bist Du nicht auf Dich alleine gestellt, sondern kannst auf die Unterstützung unserer Defibrillatoren bauen. In regelmäßigen Abständen (täglich, wöchentlich, monatlich) führen unsere Geräte Selbsttests durch, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Je nach Modell gibt Dir das Gerät sichtbare Hinweise darauf, ob die Elektroden-Pads ausgetauscht werden müssen, wie der Ladestatus der Batterie ist oder ob ihm etwas anderes fehlt.

In Deiner Verantwortung liegt es, eine regelmäßige Sichtprüfung vorzunehmen, um die Warnzeichen frühzeitig zu erkennen. Sollte der Display eine Fehlermeldung zeigen, kannst du dich gerne an uns wenden. Innerhalb der Garantie senden wir dir ohne entstehende Kosten ein Austauschgerät zu.

 Sicherheitstechnische Kontrollen (STK)

Die MPBetreibV besagt weiterhin, dass spätestens alle 2 Jahre eine Sicherheitstechnische Kontrolle (STK) von einer qualifizierten Person durchgeführt werden muss. Die STK entfällt für jene AED-Geräte, die im öffentlichen Raum installiert sind, automatische Selbsttests durchführen, regelmäßig sichtkontrolliert werden und für die Nutzung durch ungeschulte Personen vorgesehen sind.

Vielleicht möchtest Du jetzt schon weiterlesen, weil Du denkst, dass Dich dieser Punkt nicht betrifft. Die Crux liegt allerdings in der Definition davon, was ein öffentlicher Raum ist. Darüber herrscht nämlich weitestgehend Unklarheit.

Für das Bundesministerium für Gesundheit ist der öffentliche Raum jeder Bereich, in dem man ohne spezielle Berechtigung gelangen kann. Es bleibt die Frage, ob Dein Betrieb damit nun zum öffentlichen Raum gehört oder nicht. Viele Firmen prüfen zum Beispiel durch Sicherheitspersonal wie einen Pförtner, wer Zugang zum Gelände bekommt und wer nicht. Somit handelt es sich nicht um öffentlichen Raum. Aber auch Firmen ohne solche Sicherheitsvorkehrungen können nur bedingt als öffentlicher Raum betrachtet werden, da sie meistens nur zu bestimmten Betriebszeiten zugänglich sind und somit nicht 24/7 für alle geöffnet sind.

Generell gilt, dass Du mit der Durchführung einer STK auf der sicheren Seite bist, da die meisten AEDs nicht befreit sind. Wir beraten Dich aber gerne, ob Dein Gerät zu den Ausnahmen gehört.

Sollte eine sicherheitstechnische Kontrolle anstehen, erinnern wir Dich rechtzeitig daran. In dem Fall kannst Du Dein Gerät gerne zu uns schicken und wir prüfen es auf Herz und Nieren. Damit Dein Betrieb in der Zeit nicht ohne AED sein muss, bekommst Du auf Wunsch auch ein Ersatzgerät von uns.

Medizinproduktebuch

Der Betreiber eines externen Defibrillators ist dazu verpflichtet, für jedes aktive Gerät ein Medizinproduktebuch zu führen. In diesem werden wichtige Dinge wie die Person, die für den AED zuständig ist, die Bestätigung der Ersteinweisung und der Funktionsprüfung sowie durchgeführte sicherheitstechnische Kontrollen festgehalten.

Wir schicken Dir gerne eine Vorlage für das Medizinproduktebuch, damit Du keinen der Punkte vergisst zu dokumentieren.

Im ersten Moment wirkt es so, als gäbe es eine Menge Dinge, um die Du Dich kümmern musst. Aber Du hast uns als Partner an deiner Seite und wir lassen Dich mit den Pflichten nicht im Regen stehen.

Deine Pflichten

Nachdem Du Dich für den Kauf eines AED-Geräts entschieden hast, ist es fast geschafft

Einige Dinge geben wir Dir dennoch gern mit auf den Weg.

Was steckt hinter dem plötzlichen Herztod?

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 4 Minuten

Alle fünf Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland am plötzlichen Herztod. Der Tod tritt in Folge eines Herzstillstands ein, der durch anhaltendes Kammerflimmern hervorgerufen wird. Dabei schlägt das Herz chaotisch und kann das Blut nicht mehr effizient im Körper verteilen.

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache weltweit.

Warum der plötzliche Herztod kein Herzinfarkt ist

Viele Menschen verbinden die Begriffe plötzlicher Herztod und Herzinfarkt miteinander. In der Realität handelt es sich allerdings um zwei sehr unterschiedliche Ereignisse.

Beim plötzlichen Herztod ist das Herz aufgrund von Kammerflimmern nicht mehr in der Lage, das Blut effektiv durch den Körper zu pumpen. Es kommt schließlich zum Tod, da das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Bei einem Herzinfarkt ist die Blutversorgung des Herzens selbst gestört. Die Ursache dafür kann zum Beispiel ein Gerinnsel sein, das den Blutfluss behindert. Durch den Mangel an Sauerstoff wird der Herzmuskel geschädigt und es kann zum Tod kommen.

Wie können automatisierte externe Defibrillatoren (kurz AEDs) helfen?

Nach einem plötzlichen Herzstillstand ist noch für mehrere Minuten ausreichend Sauerstoff im Blut, der dringend im Gehirn benötigt wird. Dort kommt er allerdings nicht an, da das Herz aufgrund des Kammerflimmerns nicht mehr effektiv arbeitet. Die Auswirkungen sind gravierend. Bereits 3-5 Minuten nach dem Herzstillstand wird das Gehirn irreversibel geschädigt.

Ein AED-Gerät stoppt das lebensgefährliche Kammerflimmern.

Mit einer Herzdruckmassage kann sichergestellt werden, dass das sauerstoffreiche Blut zum Gehirn gelangt. Allerdings wird so nur die Folge eines Herzstillstandes und nicht die Ursache bekämpft. Wird der normale Herzrhythmus nicht innerhalb weniger Minuten wiederhergestellt, tritt der Tod ein. Nur ein AED-Gerät kann das lebensgefährliche Kammerflimmern stoppen, sodass das Herz wieder effizient arbeiten kann. Die Chancen, den Betroffenen durch Herzdruckmassage und Beatmung zu reanimieren, steigen. Ohne die Anwendung eines Defibrillators überleben nur 8 Prozent der Betroffenen. Durch die Nutzung eines AED-Geräts steigt die Überlebenschance auf 50-70 Prozent.

AED-Geräte können die Zahl der Todesfälle deutlich reduzieren.

Was ist ein AED-Gerät?

AEDs sind automatisierte externe Defibrillatoren, die in einer Notsituation von jedem Menschen auch ohne medizinisches Hintergrundwissen benutzt werden können. Die eingebaute medizinische Software erkennt den Rhythmus des Herzens und entscheidet eigenständig, ob es notwendig ist, einen Elektroschock abzugeben oder nicht. Zudem geben die intelligenten Geräte genaue Anweisungen darüber, was zu tun ist, und führen so auch unerfahrene Ersthelfer durch aufwühlende Notsituationen.

Inwiefern betrifft Dich das Thema plötzlicher Herztod?

Von einem plötzlichen Herztod kann jeder betroffen sein. Dazu muss man nicht über 65 Jahre alt sein oder eine bekannte Herzerkrankung haben. Tatsächlich ist ein Drittel der an einem plötzlichen Herztod verstorbenen Menschen jünger als 65 und nur 13 Prozent von ihnen zählen zu einer Risikogruppe mit einer bereits bekannten Herzerkrankung.

 

Jeder kann direkt oder indirekt vom plötzlichen Herztod betroffen sein.

 

Nicht nur Dich selbst kann das Schicksal des plötzlichen Herztods ereilen, sondern auch Deinen Mitmenschen und Angehörigen. Stell Dir vor, ein Mitarbeiter oder eine Kollegin sackt während der Arbeitszeit zusammen, oder Dein Mitspieler liegt während eines Fußballspiels plötzlich auf dem Boden. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du nicht die Möglichkeit hättest, der Person bestmöglich zu helfen? Oder was würde in Dir vorgehen, wenn Dein Partner oder Deine Partnerin nie wieder vom Treffen mit Freunden zurückkehren würde und Du später erfahren musst, dass in der Notsituation keiner geholfen hat?

Elektrode Defibrillator iPAD CU-SP1 - SP1-OA04

Defibrillationselektroden: Bindeglied zwischen Mensch und Defibrillator

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 5 Minuten

Fast-Patches, Defi-Elektroden, AED-Pads - Defibrillationselektroden können Dir unter vielen Namen begegnen, gemeint ist aber immer das gleiche Produkt.
Die unscheinbar aussehenden Defibrillationselektroden sind von großem Wert für die Erste-Hilfe. Dank ihrer Gelschicht bleiben sie sicher an der Haut haften und ermöglichen eine genaue Analyse des Herzrhythmus sowie eine präzise Übertragung des Stromimpulses von dem Defibrillator auf den Körper der betroffenen Person. Grund genug, sich einmal genauer mit ihnen zu beschäftigen.

Funktion der Defibrillationselektroden: Lebensretter in unauffälligem Gewand

Dank der Defibrillationselektroden sind die AEDs der iPAD CU-SP Serie in der Lage, Dir die schwerwiegende Entscheidung abzunehmen, ob ein defibrillierbarer Herzrhythmus vorliegt oder nicht. Dazu erfassen sie die Aktivität des Herzens in Form eines Elektrokardiogramms (kurz EKG) und leiten die Daten an den Defibrillator weiter. Der Defibrillator wertet das EKG des Patienten aus und entscheidet dann, ob die Herzstörung so schwerwiegend ist, dass eine dringende Elektroschocktherapie erforderlich ist. Sollte der lebensrettende Stromimpuls notwendig sein, wird der elektrische Impuls über die Defibrillationselektroden an die betroffene Person abgegeben.

Aufbau der Defibrillationselektroden: Vielschichtiger als gedacht

Drei unterschiedlichen Beschichtungen verdanken die Defibrillationselektroden ihre Funktionalität. Der direkte Kontakt zwischen Patient und Defibrillationselektroden besteht über eine leitfähige und selbstklebende Gelschicht. Diese sorgt dafür, dass die Pads sicher an der Haut des Patienten haften, damit die Analyse des Herzrhythmus und das Setzen des Stromimpulses zielgenau von dem Defibrillator durchgeführt werden kann. Versteckt zwischen der Gelbeschichtung und der äußerlich sichtbaren Schaumstoffbeschichtung befindet sich eine leitfähige und flexible Metallschicht, die gemeinsam mit der Gelschicht die Stromimpulse von dem Defibrillator auf den Patienten überträgt. Nach Außen werden die leitenden Schichten der Pads durch eine nichtleitfähige, flexible Schaumstoffbeschichtung abgeschirmt.

Defibrillator Elektrode iPAD CU-SP Serie

Hilfreiche Features der Defibrillationselektroden der iPAD CU-SP Serie

Eine Notsituation ist für alle Betroffenen ein Ausnahmezustand, in dem schnelles Handeln erfordert ist. Aus diesem Grund sind die Defibrillationselektroden bei modernen AEDs wie den Geräten der iPad CU-SP Serie vorkonnektiert. Das bedeutet, dass die Elektroden bereits an den Defibrillator angeschlossen sind und direkt nach dem Aufreißen der Elektrodenverpackung einsatzbereit sind. So kannst Du in Sekundenschnelle mit der Reanimation beginnen. 120 cm Kabel bieten Dir dabei ausreichend Handlungsraum.

Um Dir in der bewegenden Situation der Wiederbelebung mehr Sicherheit zu geben, ist auf der Schaumstoffbeschichtung die Defibrillationselektroden der iPAD CU-SP1 Serie die richtige Platzierung der Elektroden auf dem Körper der betroffenen Person abgebildet und zusätzlich mit 1 und 2 markiert. Durch die Nummerierung der Elektrodenpads sind die Sprachansagen der AEDs der iPAD CU-SP Serie, mit denen Du Schritt für Schritt durch die Wiederbelebung geführt wirst, perfekt auf die Defibrillationselektroden abgestimmt.

P.S.: Der Hersteller CU Medical Systems nutzt einen kleinen psychologischen Trick, damit du die Defibrillationselektroden richtig positionierst, ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Um die Zwei lesen zu können, drehst Du die Elektrode ganz automatisch in die richtige Position.

Haltbarkeit der Defibrillationselektroden

Die Haltbarkeit des Defibrillationselektroden variiert je nach Hersteller. Die Elektroden des iPAD CU-SP Serie sind ab Herstellungsdatum 36 Monaten einsatzfähig. Nach dieser Zeit beginnt die Gelschicht der Pads einzutrocknen und sie verliert ihre Haft- und Leitfähigkeit. Ist das Haltbarkeitsdatum auf der Rückseite der Verpackung überschritten, müssen daher auch unbenutzte Elektroden ersetzt werden. Um Deinen Defibrillationselektroden ein langes Leben zu ermöglichen, solltest Du auf die richtigen Bedingungen bei der Aufbewahrung achten, denn sowohl zu niedrige Temperaturen unter 0° C, als auch zu warme Temperaturen, machen den Elektroden zu schaffen.

Damit Du nicht den richtigen Zeitpunkt zum Austausch der Elektroden verpasst, machen Dich die Defibrillatoren der iPAD CU-SP Serie rechtzeitig auf einen notwendigen Austausch aufmerksam. Weil uns bewusst ist, wie wichtig die Defibrillationselektroden für die einwandfreie Funktion des AEDs sind, erinnern wir Dich auch persönlich an den Austausch, damit Du jederzeit bereit bist, Leben zu retten.
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Wissenschaftler mit Hochleistungscomputer

Die Geschichte des automatisierten externen Defibrillators

By Defibrillator AED
Lesezeit ca. 15 Minuten

Die Geschichte der Defibrillation, also der Behandlung mit elektrischen Impulsen, beginnt in der Menschheitsgeschichte recht früh. So wurde bereits 40 nach der Zeitenwende mit Zitteraalen experimentiert. Heutige Defibrillatoren sind kleine Hochleistungscomputer, die automatisiert den Herzrhythmus analysieren und den Schock selbstständig abgeben können.

40
Schon hier bekam die Elektrizität eine Bedeutung in der Medizin. Scribonius Largus, ein Arzt aus Rom, nutze bereits Stromimpulse von Zitteraalen und Rochen für die Behandlung von Patienten.
1744
Professor Johann Gottlob Krüger setzte sich erstmals mit der Wirkung des elektrischen Stroms in der Medizin auseinander und bildete unter anderem einen Anfang der Forschung von Defibrillatoren.
1745/46
Ewald Georg von Kleist und Pieter von Musschenbroek entwickelten die Leidener Flasche, eine Kondensationsflasche, welche elektrische Stromschläge durch die Ladung der enthaltenen Metallteile abgeben kann.
1774
Der erste Durchbruch für die Entstehung des Defibrillators entstand im Jahr 1774, nachdem ein dreijähriges Kind, welches man zuvor erfolglos versucht hat, zu reanimieren, durch die Leidener Flasche gerettet werden konnte, indem die Stromstöße das Herz des Kindes reaktivierten.
1788
Charles Kite führte eine Defibrillation mittels des Ramsden-Generators durch.
1849
Carl Ludwig und Hoffa beschrieben erstmals das Phänomen des Kammerflimmerns. Der Arzt Alfred Vulpian führe den Begriff des „Fibrillierens“ einer seiner Arbeiten ein.
1888
MacWilliam erkannte, dass Kammerflimmern die Ursache eines plötzlichen Herztodes sein könnte. Somit wurde die Idee des Defibrillators geboren. Professor Jean-Louis Prevost und Professor Frédéric Batelli veröffentlichten ihre Arbeit, in der sie Versuche an Hundeherzen durchführten. Durch ihre Versuche konnten sie beweisen, dass Herzflimmern durch den Einsatz von elektrischem Strom verursacht werden kann und dass dieser es auch beenden kann. Die beiden Professoren verursachten ein Kammerflimmern bei einem Hund und konnten den Herzschlag daraufhin wieder normalisieren.
1899
Prevost und Batelli fanden heraus, dass Kammerflimmern unterbrochen werden kann, wenn elektrische Spannung auf das Herz einwirkt. Ein unregelmäßiger Herzschlag kann durch Stromimpulse wieder normalisiert werden.
1932
Kouwenhoven, Hooker und Langworthy starteten erste klinische Erfahrungen mit externen Defibrillatoren und veröffentlichten Berichte über ihre Experimente. Auch sie konnten beweisen, dass eine Herzrhythmusstörung und Kammerflimmern durch Wechselstrom beseitigt werden können.
1947
Der aus Cleveland stammende Chirurg Dr. Claude S. Beck führte die erste erfolgreiche Defibrillation eines menschlichen Herzens durch.
1950
Kouwenhoven und Wilnor experimentierten mit verschiedenen Arten von elektrischen Impulsen, Strom und Elektroden, um eine Methode zu entwickeln, mit der das Herz am geschlossenen Thorax defibrilliert werden kann.
1954
Die erste externe Defibrillation gelang an dem Herzen eines Hundes mit 60 Hz Wechselstrom.
1956
Die erste transthorakale Defibrillation wurde durch Paul Zoll in den USA durchgeführt, bei der Elektroden auf die Brust des Patienten aufgesetzt wurden, welcher Herzflimmern erlitt.
1958
Investoren beauftragten Kouwenhoven und seine Kollegen, einen Defibrillator zu entwickeln, der portabel genutzt werden kann und für die Schulung von Erste-Hilfe-Personal dienen sollte. Daraufhin wurde der „John-Hopkins AC Defibrillator“ entwickelt, welcher mit 90 kg jedoch noch eine sehr schwere Variante eines portablen Defibrillators darstellte.
1960
Eine erfolgreiche Defibrillation eines 42-jährigen Mannes wurde von Gottlieb Friesinger durchgeführt, sowie eine weitere erfolgreiche Defibrillation eines 12-jährigen Mädchens durch Karl William Edmark.
1962
Im Jahr 1962 erfolgte eine Präsentation des ersten Defibrillators auf Basis eines Kondensators.
1966
Der erste tragbare Defibrillator wurde von Dr. Frank Pantridge in der ersten mobilen kardiologischen Intensivstation des Royal Victoria Hospital in Belfast installiert. Entwickelt wurde dieser Defibrillator an der Johns-Hopkins-Universität entwickelt. Dieser ermöglichte erstmals eine mobile Behandlung von Koronarpatienten und Herzinfarkten außerhalb des Krankenhauses. Allerdings war der erste mobile Defibrillator etwa 50 amerikanische Pfund (22,5 kg) schwer, was den Transport erschwerte. Das Gewicht eines Standard-Defibrillators lag in der Regel bei mehr als 250 Pfund (112,5 kg). Pantridge und Dr. Geddes konnten schließlich nachweisen, dass das Überleben nach einem erlittenen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses durch eine koronare Rettungseinheit mittels dieser Geräte verbessert werden konnte.
1967
Professor John Anderson entwickelte zusammen mit der amerikanischen Firma American Optical anschließend den ersten wirklich tragbaren Defibrillator, welcher batteriegetrieben und deutlich leichter war.
1971
Bei der weiteren Entwicklung tragbarer Defibrillatoren wurde zunehmend Material zur Gewichtseinsparung eingesetzt, sowie reduzierte Energien beachtet, ohne die Wirksamkeit des Defibrillators einzuschränken. Professor Anderson entwickelte mit seinem Team einen knapp 7 kg schweren tragbaren Defibrillator mit wiederaufladbaren NiCd-Akkus, welcher bis zum Jahr 1974 der Standard in der mobilen Versorgung darstellte.
1972
Anderson und sein Team entwickelte anschließend eine mobile kontinuierliche EKG-Überwachung, welche bis zur Ankunft des Patienten in ein Krankenhaus eingesetzt werden sollte. Dadurch sollte auch eine Überprüfung der Aktivitäten zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht werden. Der „Combined Oscollioscope & Recording Apparatus“ (CORA) war das das Ergebnis dieser Überlegungen. Die Einheit wog etwa 5,5 kg und stellte das erste mobile System dar, welches eine Sprachkanalspur hatte, sodass Kommentare und verschiedene Informationen aufgezeichnet werden konnten.
1973
Weitere Fortschritte konnten in der Entwicklung des Defibrillators erbracht werden, indem eine drastische Reduzierung des Gewichts in der Materialentwicklung erreicht werden konnte. Somit konnte ein weiteres Modell des tragbaren Defibrillators entwickelt werden, welches 3,5 kg wog und für Rettungsdienste entwickelt wurde.
1974-1980
Die ersten Prototypen des automatischen externen Defibrillators (AED) wurden in diesem Zeitraum entwickelt und vertrieben. Die Entwickler waren Diack, Rulman, Welborn und weitere.
1980
Anderson meldete ein Patent für einen Algorithmus an, welche automatisch das Auftreten von Kammerflimmern erkennen kann. Damit entwickelte Anderson das Herzstück des heutigen AEDs und bot der früheren Entwicklung der AEDs damit die notwendige Spezifität und Sensitivität. Anderson und sein Team konnten einige Verbesserungen im Design einführen, welche in Defibrillatoren integriert wurden, die heutzutage benutzt werden. Zudem wurde der von Mirowski konzipierte implantierbare Kardioverter-Defibrillator (ICD) in einem Menschen implantiert.
1981
Ein AED mit einem Flachbildschirm und einer Ablese- und Aufnahmefunktion wurde in Nordirland entwickelt.
1992
Der Verlauf eines EKGs konnte nun auf den Defibrillatoren gespeichert werden, welche somit zu einem späteren Zeitpunkt ausgelesen und analysiert werden konnten.
1995
Der Öffentlichkeit wurde nun auch der erste biphasische automatisierter externer Defibrillator (AED) vorgestellt.
1996
Die Madit-Studie wies nach, dass ein implantierter Defibrillator Kammerflimmern um mehr als die Hälfte reduzieren kann. Bei einem bereits überlebten Herzinfarkt kann ein ICD (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator) die Mortalität um 31 Prozent senken, wie die im Jahr 2002 veröffentlichte Madit-Studie II zeigte.
1998
Zusammen mit einigen Investoren gründete Anderson „HeartSine“, um weiter an der Entwicklung von tragbaren Defibrillatoren arbeiten zu können. Zudem besaßen Kardioverter-Defibrillatoren nun zwei Elektroden, um eine Versorgung beider Herzkammern ermöglichen zu können.
1999
In diesem Jahr fand eine Kreuzung vom Defibrillator und Herzschrittmacher statt und ermöglichte die Erfüllung eines Gerätes von mehreren Aufgaben.
1990-heute
AEDs verbreiten sich immer mehr und können auch von Laienhelfern ohne Gefahr bedient werden. Ihren Einsatz finden sie an öffentlichen Plätzen und Gebäuden, sowie auch in Privathaushalten. Eine korrekte Verwendung des AEDs ist heute bereits in allen Erste-Hilfe-Kursen zum Standardthema. Jedoch wird die Forschung weitergeführt, um neue Innovationen und Technologien auf den Markt bringen zu können.