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Der plötzliche Herztod zählt in Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. In Deutschland versterben durchschnittlich etwa 65.000 Menschen pro Jahr.

Ursachen eines plötzlichen Herztodes

Die Ursachen eines plötzlichen Herztodes können Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen oder angeborene Herzerkrankungen, sowie einige Medikamente sein. Dabei sind aber nicht nur ältere Menschen oder Risikopatient:innen betroffen – ein Drittel aller Betroffenen ist jünger als 65 Jahre. Und wie der Name es schon sagt, trifft der Herztod plötzlich, ohne erkennbare Vorzeichen ein. Niemand bleibt also wirklich von dem Risiko des plötzlichen Herztodes verschont. 

Tritt der Fall eines plötzlichen Herzstillstandes ein, müssen unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt, sowie ein Notruf abgesetzt werden. Ausführliche Informationen darüber, was Du als Ersthelfende/r zutun hast, findest du hier in unserem Beitrag Gebrauch und Rolle von Defibrillatoren . Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand muss schnell gehandelt werden, da das Herz die Organe und das Gehirn der betroffenen Person nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann.

Mit jeder verstrichenen Minute, in der keine Reanimation durchgeführt wird, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um ungefähr 10 Prozent. Wird jedoch sofort nach Eintritt des Herzstillstandes eine Herzdruckmassage durchgeführt, kann die Überlebenschance der betroffenen Person verdoppelt werden1 

Studien zeigen zudem, dass der zusätzliche Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators die Überlebenswahrscheinlichkeit des/der Notfallpatient:in um etwa 66,5 Prozent erhöhen kann.2 Ein Automatisierter Externer Defibrillator, kurz: AED, wurde speziell für die Anwendung von Laien konzipiert, sodass Jedermann ohne medizinische Vorkenntnisse das Gerät benutzen kann. Eindeutige Piktogramme und Sprachanweisungen führen den/die Ersthelfende/n einfach und Schritt für Schritt durch den Prozess der Wiederbelebung. Integrierte Schutzmechanismen gestalten die Reanimation sicher für den/die Ersthelfende/n und für die betroffene Person. Durch ein EKG analysiert das AED-Gerät den Herzrhythmus der betroffenen Person und gibt nur einen Schock ab, wenn dieser notwendig und richtig ist.  

Wichtig ist aber auch die Erreichbarkeit und die Verfügbarkeit von AEDs. Studien zeigen, dass die Überlebensrate in Gebieten, die eine hohe Dichte von verfügbaren Erste-Hilfe Defibrillatoren aufweisen, um 125 Prozent höher ausfiel als in Gebieten mit einer niedrigen AED-Dichte.3 Innerhalb der letzten vergangenen Jahre sind immer mehr AEDs für Umstehende verfügbar geworden, was auch zu einer höheren Nutzung und verbesserten Überlebensraten führte. Die aktuelle wissenschaftliche Forschungslage verdeutlicht zudem, dass durch den Einsatz von AEDs mehr Patient:innen bis zur Entlassung überleben. Je früher der Defibrillator angelegt wird, desto höher fallen, nach Annahmen der Forscher:innen, die Überlebenschancen aus.  

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112-Rettungswagen-Notruf

Hilfsfristen der Bundesländer

In jedem deutschen Bundesland gibt es sogenannte Hilfsfristen für die Ankunftszeit des Rettungsdienstes. In Nordrhein-Westfalen sollte das medizinische Rettungspersonal nach der Hilfsfrist in städtischen Gebieten innerhalb von 8 Minuten und in ländlichen Gebieten innerhalb von 12 Minuten den Unfallort erreichen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Hilfsfristen in Ihrem Bundesland.  

Da die Überlebensraten mit jeder Minute, in der keine Wiederbelebungsmaßnahmen vorgenommen werden und das medizinische Fachpersonal noch nicht vor Ort ist, sinken, sollten Ersthelfende daher so schnell wie möglich Maßnahmen ergreifen.  

Hilfsfristen der Bundesländer (Stand Juni 2021)
Bundesland Hilfsfrist
Baden-Württemberg 10 bis 15 Minuten
Bayern 12 Minuten
Berlin bedarfsgerecht
Brandenburg 15 Minuten
Bremen 10 Minuten
Hamburg bedarfsgerecht
Hessen 10 Minuten
Mecklenburg-Vorpommern 10 Minuten
Niedersachsen 15 Minuten
Nordrhein-Westfalen städtisch: 8 Minuten, ländlich: 12 Minuten
Rheinland-Pfalz 15 Minuten
Saarland 12 Minuten
Sachsen 12 Minuten
Sachsen-Anhalt 12 Minuten
Schleswig-Holstein 12 Minuten
Thüringen städtisch: 14 min, ländlich: 17 min

Literatur:

Ärztezeitung (2014). Plötzlicher Herztod. Erstmals in Deutschland genaue Zahlen. Verfügbar unter https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Erstmals-in-Deutschland-genaue-Zahlen-234389.html 

Deutsche Herzstiftung (2015). Alle Fakten zum plötzlichen Herztod. Verfügbar unter https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/koronare-herzkrankheit/ploetzlicher-herztod/fakten-ploetzlicher-herztod 

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung E.V. (2014). Plötzlicher Herztod in Deutschland erstmals systematisch untersucht. Verfügbar unter https://dzhk.de/aktuelles/news/artikel/ploetzlicher-herztod-in-deutschland-erstmals-systematisch-untersucht/  

Karam, N., Narayanan, K., Bougouin, W. et al. (2017). Major regional differences in automated external defibrillator placement and basic life support training in France: further needs for coordinated implementation. Resuscitation, 118, S. 49—54. 

Laver, S., Farrow, C., Turner, D. & Nolan, J. (2004). Mode of death after admission to an intensive care unit following cardiac arrest. Intensive Care Med., 30, S. 2126–8. 

Malta Hansen, C., Kragholm, K., Pearson, D.A. et al. (2015). Association of bystander and first-responder intervention with survival after out- of-hospital cardiac arrest in north Carolina, 2010–2013. JAMA, 314, S. 255–64. 

Meinertz, T. (2019). Plötzlicher Herztod: Wer ist gefährdet? Bedrohliche Herzrhythmusstörungen, S. 6-15. 

Pollack, R.A., Brown, S.P., Rea, T. et al. (2018). Impact of bystander automated external defibrillator use on survival and functional outcomes in shockable observed public cardiac arrests. Circulation, 137, S. 2104–13. 

Rettungsdienstgesetz Nordrhein-Westfalen (NRW) (2021). Verfügbar unter https://rettungsdienstgesetz.de/nordrhein-westfalen/ 

Schehadat, M.S., Groneberg, D.A., Bauer, J. & Bendels, M.H.K. (2017). Hilfsfristen des Rettungsdienstes in den deutschen Bundesländern. Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 5, S. 255-260.  

Techniker Krankenkasse (2020). Wiederbelebung mit Herzdruckmassage. Verfügbar unter https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/wiederbelebung-herzmassage-2073348?tkcm=ab