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Aufgaben und Sinn von Defibrillatoren

Die Anzahl an plötzlich auftretenden Herz-Kreislauf-Stillständen, die außerhalb des Krankenhauses vorkommen (out-of-hospital cardiac arrest), ist innerhalb der letzten Jahre immer mehr angestiegen. Dieses Ereignis kann zu einem plötzlichen Herztod führen, wenn keine oder zu spät Hilfe erfolgt. Um dies zu verhindern, müssen unverzüglich Reanimationsmaßnahmen durchgeführt werden, denn mit jeder Minute ohne Hilfe sinken die Überlebenschancen des/der Betroffenen. Bist Du Zeuge oder Zeugin eines solchen Falles, setzt Du zunächst einen Notruf ab. Anschließend führst Du eine Herzdruckmassage fort, bis das professionelle Fachpersonal eintrifft. Die Überlebenschancen des/der Betroffenen können aber beinahe verdoppelt werden, wenn zusätzlich ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) eingesetzt wird. Wie Du eine Reanimation durchführst, einen AED einsetzt und was du dabei beachten solltest, kannst du hier bei uns nachlesen.

Automatisierte Externe Defibrillatoren kommen in verschiedenen Orten zum Einsatz, zum Beispiel in der Schule oder im Kindergarten, in Büros und Unternehmen, in Kfz-Werkstätten oder in der Gastronomie. Auch in Schwimmhallen werden AEDs oft eingesetzt, da dort ein Risiko besteht, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erleiden, welcher sich aufgrund des Ertrinkens ereignen kann. Bei der Nutzung von Defibrillatoren ist jedoch zu beachten, auf welchem Untergrund dieser genutzt wird, da Elektroschocks bei der Defibrillation eingesetzt werden.

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Defibrillation auf leitfähigem Untergrund bzw. nassem Untergrund

Wird eine Person defibrilliert, projizieren die Defibrillationselektroden ein komplexes Spannungsmuster über der Hautoberfläche des/der Patient:in. Befindet sich der/die Betroffene auf einer isolierenden Oberfläche, fließen die Stromstöße des AEDs innerhalb des/der Patient:in. Befindet sich die Person jedoch auf einer leitfähigen Oberfläche, sind „Streustöße“ möglich, welche auf die Oberfläche induziert werden, sowie auf die Umgebung.  Daher herrscht eine allgemeine Besorgnis, dass eine Defibrillation auch auf nassem Untergrund für die Helfenden oder Umstehenden eine Gefahr darstellen kann.

In Schwimmhallen ist allgemein zu beachten, dass ein AED nicht im Wasser angewendet werden darf. An trockenen Stellen der Schwimmhalle ist der Einsatz aber möglich. Zudem ist zu beachten, dass durchnässte Kleidung vorher entfernt werden sollte und sich weder der/die Ersthelfende, noch der/die Notfallpatient:in in einer Pfütze oder auf nassem Untergrund befindet. Eine Studie von Lyster et al. (2003) untersuchte die Anwendung von Automatisierten Externen Defibrillatoren in einer nassen Umgebung, sowie mögliche Schockgefahren für Rettende oder Umstehende. Dazu führten die Forscher:innen eine Simulation auf nassem Untergrund durch. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 30 Volt geringe Auswirkungen bei dem/der Bediener:in des AEDs haben, sowie bei den Umstehenden, welche in Kontakt mit dem leitenden Untergrund stehen. Diese geringen Auswirkungen zeigten sich beispielsweise durch ein Kribbeln bei den genannten Akteuren und gilt unter diesen Umständen als unbedenklich. Flugzeug- und Hubschrauberbatterien haben beispielsweise 28 Volt und werden routinemäßig in nasser Umgebung eingesetzt. Die maximalen Ströme waren zudem niedriger als nach den Sicherheitsnormen zulässig. Die Defibrillation ist laut Schlussfolgerungen der Forscher:innen nicht zu empfehlen, jedoch zeigt ihre Simulation, dass das Defibrillieren in einer nassen Umgebung kein signifikantes Risiko für die Ersthelfenden oder die Umstehenden darstellt. Falls die Umstände es erfordern, ist daher eine Defibrillation auf nassem Untergrund oder in einer nassen Umgebung möglich.

Füße im Wasser

Defibrillator für Schwimmbäder

Eine Auswahl von Defibrillatoren, darunter auch AEDs, haben einen sogenannten integrierten IP-Schutz. Dieser Schutz sollte unbedingt beim Kauf eines Automatisierten Externen Defibrillators beachtet werden, wenn dieser beispielsweise in Schwimmhallen oder in anderen nassen Umgebungen genutzt werden soll. „IP“ steht hierbei für „Ingress Protection“, was einen Eindringschutz darstellt. Defibrillatoren mit einem hohen IP-Schutz bzw. Schutzart sind also davor geschützt, dass Feuchtigkeit in das Gehäuse des Gerätes eindringen kann und somit gut für den Einsatz in nassen Umgebungen geeignet.

In Schwimmhallen ist es außerdem meistens sehr laut, sodass der geeignete Defibrillator eine Funktion haben sollte, mit welcher man die Lautstärke der Instruktionen steuern kann. Bei Notfällen, welche sich in Schwimmhallen ereignen, sollten die Sprachanweisungen des Gerätes daher auf eine hohe Lautstärke einstellbar sein.

Außerdem empfiehlt es sich überall, wo sich Kinder aufhalten, einen Defibrillator zu beschaffen, der eine Defibrillation an Kindern ermöglicht. Bei Kindern tritt zwar weniger häufig ein plötzliches Herzkammerflimmern auf, jedoch kann dies z.B. durch den Eintritt von Wasser in die Lunge und in die Atemwege beim Ertrinken verursacht werden. Bei dem Kauf eines Defibrillators für Schwimmhallen ist deshalb zu beachten, dass dieser einen Kinderschalter besitzt. Dies ist ein Schalter, welcher bei der Betätigung den Schock abschwächt, sodass dieser perfekt für Kinder ausgerichtet ist. Dabei sind keine speziellen Elektrodenpads notwendig. Eine Alternative stellt die Anschaffung von speziellen Elektrodenpads für Kinder dar.

Literatur:

Lyster, T., Jorgenson, D. & Morgan, C. (2003). The Safe Use Of Automated External Defibrillation In A Wet Environment. Prehospital Emergency Care, 7(3):307-311.

Marenco, J.P., Wang, P.J., Link, M.S., Homound, M.K., Estes, NAM (2001). Improving Survival From Sudden Cardiac Arrest, The Role Of The Automated External Defibrillator. JAMA, 285:1193-200.

Pollack, R.A., Brown, S.P., Rea, T., Aufderheide, T., Barbic, D., Buick, J.E., Christenson, J., Idris, A.H., Jasti, J. et al. (2018). Impact Of Bystander Automated External Defibrillator Use On Survival And Functional Outcomes In Schockable Observed Public Cardiac Arrests. Circulation, 137,20:2104-2113.

 

Photo by Marvin Meyer on Unsplash

Bild von Pexels auf Pixabay