
Ein plötzlicher Herzstillstand erfordert sofortiges Handeln, wobei ein Defibrillator über Leben und Tod entscheiden kann. Verschiedene Erkrankungen des Herzens können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen, bei denen der Körper und insbesondere das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. In solchen Ausnahmesituationen ist schnelles Eingreifen gefragt. Dieser Artikel erklärt Ihnen detailliert, wie medizinische Schockgeber funktionieren, worin sich externe von implantierbaren Geräten unterscheiden und was Sie bei der Anwendung im Notfall zwingend beachten müssen. Sie erfahren, wie Sie einen automatisierten externen Defibrillator (AED) richtig einsetzen und warum die Herzdruckmassage dabei eine zentrale Rolle spielt.
Was ist ein Defibrillator und wie funktioniert er?
Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das über Elektroden gezielte Stromstöße abgibt, um einen gestörten Herzrhythmus zu normalisieren. Fachleute unterscheiden grundsätzlich zwei Arten von Geräten: den automatischen externen Defibrillator (AED) für den Notfall und den implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) für die dauerhafte Therapie. Beide Systeme verfolgen das Ziel, bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern oder einer pulslosen ventrikulären Tachykardie den normalen Rhythmus des Herzens wiederherzustellen. Wenn das Herz nicht mehr effektiv pumpt, tritt ein Herzstillstand ein, der die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers unterbricht. Der Defibrillator greift in diesem Moment durch Elektroschocks in die Reizleitung des Herzens ein. In der professionellen Notfallmedizin kommen zudem externe Defibrillatoren zum Einsatz, die Elektroschocks zusätzlich manuell verabreichen können und dem Fachpersonal mehr Kontrolle über die Behandlung geben.
Der automatische externe Defibrillator (AED)
Ein automatischer externer Defibrillator (AED) ermöglicht die lebensrettende Erste Hilfe durch Laien bei einem plötzlichen Herzstillstand. Die Geräte ähneln auf den ersten Blick herkömmlichen Verbandskästen und sind häufig in roter oder grüner Farbe gehalten. Sie erkennen die Kästen eindeutig an der Abbildung auf der Vorderseite, die ein Herz mit einem Blitz zeigt. Von dem tragbaren Kasten gehen exakt zwei Kabel ab, an deren Enden sich zwei postkartengroße Elektropads befinden. Diese Pads übertragen die Elektroschocks auf die Brust der betroffenen Person. Die richtigen Stellen für die Platzierung der Pads auf dem Körper des Erkrankten sehen Sie auf einer anschaulichen Skizze direkt auf dem AED. Entsprechende Hinweisschilder in öffentlichen Gebäuden weisen darauf hin, dass sich ein Defibrillator in der Nähe befindet.
Der Einsatz von AEDs bei Kindern
Ein Standard-Defibrillator reduziert die Stromstärke nicht immer automatisch, weshalb bei Kindern unter acht Jahren oder einem Körpergewicht von weniger als 25 Kilogramm besondere Vorsicht geboten ist. Bei dieser Patientengruppe kann die reguläre Schockabgabe eines AED zu stark sein. Es gibt jedoch zunehmend externe Defibrillatoren, die beim Anlegen der Kontakte automatisch erkennen, ob es sich um ein Kind handelt. Diese modernen Geräte regulieren die Stromstärke daraufhin selbstständig auf ein sicheres Niveau. Bevor Sie ein Gerät bei einem Kind anwenden, müssen Sie prüfen, ob der vorliegende Defibrillator für die pädiatrische Anwendung bei unter Achtjährigen oder Personen unter 25 Kilogramm zugelassen beziehungsweise entsprechend ausgestattet ist.
Der implantierbare Cardioverter-Defibrillator (ICD)
Ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) ist ein nur wenige Zentimeter großes Gerät zur dauerhaften Überwachung und Korrektur des Herzschlags. Das System wird operativ in den Körper eingesetzt, und zwar unterhalb des Schlüsselbeins. Die Platzierung erfolgt dabei entweder direkt unter der Haut oder unterhalb des großen Brustmuskels. Von dem Hauptgerät führen eine oder mehrere Elektroden direkt zum Herzen, um den Herzschlag kontinuierlich zu überwachen. Erkennt der ICD eine gefährliche Herzrhythmusstörung, sendet er elektrische Impulse über die Elektroden an das Herz. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass sich der Herzschlag wieder normalisiert, ohne dass ein Eingreifen von außen notwendig ist.
Der Unterschied zwischen AED und ICD
Im Gegensatz zu einem externen Defibrillator für Notfälle bietet ein implantierbarer Defibrillator eine dauerhafte Therapiemöglichkeit im Körper der betroffenen Person. Beide Geräte haben im Prinzip die gleiche Funktion und behandeln lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen über Elektroschocks. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anwendungssituation: Während der automatisierte externe Defibrillator (AED) bei einem plötzlichen Herzstillstand von Ersthelfern von außen an den Körper angeschlossen wird, agiert der implantierbare Cardioverter-Defibrillator (ICD) vollautomatisch von innen. Träger eines ICD benötigen bei einer auftretenden Rhythmusstörung keine externe Hilfeleistung, da das implantierte Gerät die Korrektur des Herzschlags selbstständig und unverzüglich durchführt.
Wann kommt ein externer Defibrillator zum Einsatz?
Die Überprüfung eines Herz-Kreislauf-Stillstands besteht aus drei Schritten: Ansprechen, kräftiges Berühren und die Kontrolle auf eine sichtbare, hörbare oder fühlbare Atmung. Finden Sie eine reglose Person vor, müssen Sie zunächst prüfen, ob diese nur bewusstlos ist oder das Herz nicht mehr effektiv pumpt. Reagiert die Person weder auf Ansprechen noch auf Berührungen und ist keine regelmäßige Atmung feststellbar, liegt ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor. In diesem Moment wird der Körper nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Ein sofortiges Handeln ist nun erforderlich. Der automatisierte externe Defibrillator (AED) wird exakt in dieser Situation eingesetzt, um die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen zu stoppen und den Rhythmus zu normalisieren.
Die richtige Anwendung und Herzdruckmassage
Die optimale Erste-Hilfe-Maßnahme erfordert mindestens zwei Ersthelfer vor Ort, um die lebensrettende Herzdruckmassage nicht für die Beschaffung des Defibrillators unterbrechen zu müssen. Ein Defibrillator sollte nur dann verwendet werden, wenn die Herzdruckmassage hierfür nicht länger unterbrochen wird. Die Arbeitsteilung sieht vor, dass eine helfende Person sofort mit der Herzdruckmassage beginnt, während die andere Person das AED-Gerät holt. Sind Sie allein, hat die Herzdruckmassage absolute Priorität. Das manuell gepumpte Blut stellt sicher, dass das Gehirn weiterhin mit Sauerstoff versorgt wird. Der Defibrillator wird erst dann in den Ablauf integriert, wenn er griffbereit ist und die Pads schnell nach der Anleitung auf der Skizze angebracht werden können.
Einen Defibrillator in der Nähe finden
Die Webseite „Region der Lebensretter“ ermöglicht das schnelle Auffinden von Defibrillatoren in Ihrer Umgebung und zeigt Ihnen bekannte Standorte. Da bei einem Herzstillstand jede Minute zählt, ist das Wissen um den nächsten Standort entscheidend. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) sind häufig in öffentlichen Einrichtungen oder an viel besuchten Plätzen installiert. Dazu zählen beispielsweise Einkaufszentren oder Gaststätten. Achten Sie im öffentlichen Raum auf die entsprechenden Hinweisschilder, die ein Herz mit einem Blitz zeigen. Diese Markierungen leiten Sie auf direktem Weg zu den roten oder grünen Kästen, die den tragbaren Defibrillator für den Notfall bereithalten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem AED und einem ICD?
Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) ist ein tragbares Gerät für die Erste Hilfe im Notfall, das von Laien bei einem plötzlichen Herzstillstand von außen angewendet wird. Ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) ist hingegen ein wenige Zentimeter großes Gerät, das operativ unter das Schlüsselbein eingesetzt wird. Der ICD überwacht den Herzschlag dauerhaft von innen und gibt bei Rhythmusstörungen automatisch Impulse ab, sodass keine externe Hilfeleistung notwendig ist.
Darf ein Defibrillator bei Kindern angewendet werden?
Bei Kindern unter acht Jahren oder mit einem Gewicht von weniger als 25 Kilogramm ist Vorsicht geboten, da die Schockabgabe eines Standard-Geräts zu stark sein kann. Nicht alle Defibrillatoren eignen sich für diese Altersgruppe. Moderne externe Defibrillatoren erkennen jedoch beim Anlegen der Kontakte automatisch, ob es sich um ein Kind handelt, und regulieren die Stromstärke daraufhin selbstständig herunter.
Wie erkenne ich, ob ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorliegt?
Um einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, müssen Sie die reglose Person ansprechen und kräftig berühren. Reagiert die Person darauf nicht, prüfen Sie die Atmung. Wenn keine regelmäßige Atmung sichtbar, hörbar oder fühlbar ist, liegt ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor. Das Herz pumpt nicht mehr effektiv und der Körper wird nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. In diesem Fall müssen Sie sofort handeln.
Woher weiß ich, wo die Elektroden des Defibrillators platziert werden?
Der automatisierte externe Defibrillator (AED) ist speziell für Laien konzipiert. An den Enden der zwei Kabel befinden sich zwei postkartengroße Elektropads. Auf dem Gerät selbst oder direkt auf den Pads finden Sie eine leicht verständliche Skizze. Diese Abbildung zeigt Ihnen exakt die richtigen Stellen auf der Brust der betroffenen Person, an denen Sie die Pads für die Elektroschocks aufkleben müssen.
Soll ich zuerst den Defibrillator holen oder reanimieren?
Die Herzdruckmassage hat Priorität, damit das Gehirn durch das manuell gepumpte Blut weiterhin mit Sauerstoff versorgt wird. Optimal sind zwei Ersthelfer: Eine Person beginnt sofort mit der Herzdruckmassage, während die andere den Defibrillator holt. Der Defibrillator sollte nur dann verwendet werden, wenn die Herzdruckmassage hierfür nicht länger unterbrochen werden muss.
Woran erkenne ich einen öffentlichen Defibrillator?
Öffentliche Defibrillatoren (AED) befinden sich häufig in Einkaufszentren, Gaststätten oder anderen viel besuchten Plätzen. Die tragbaren Kästen ähneln Verbandskästen und sind meist rot oder grün. Sie sind gut an der Abbildung auf der Vorderseite zu erkennen, die ein Herz mit einem Blitz zeigt. Zudem weisen spezielle Schilder mit diesem Symbol auf den Standort hin. Online können Sie Standorte auch über die Seite „Region der Lebensretter“ finden.
Fazit
Ein Defibrillator ist ein unverzichtbares medizinisches Gerät, das bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen durch gezielte Stromstöße Leben rettet. Während implantierbare ICDs Patienten dauerhaft von innen schützen, ermöglichen externe AEDs Laien die schnelle Erste Hilfe im Notfall. Im Ernstfall hat die ununterbrochene Herzdruckmassage höchste Priorität, idealerweise unterstützt durch einen rasch herbeigeholten automatisierten Defibrillator. Zögern Sie nicht, diese Geräte einzusetzen – die integrierten Anleitungen führen Sie sicher durch den gesamten Prozess.