Was kostet ein Defibrillator? Der Preis-Guide 2026

von 9. Februar 2026Defibrillator AED8 Min. Lesezeit
Foto einer geschäftlichen Besprechung in einem modernen Büro. Eine Frau zeigt auf einen Bildschirm, der die Website von "ResQ-Care" mit der Überschrift "Hochwertige AED Defibrillatoren kaufen – Ihr Partner für Notfallmedizin" und Bildern von Defibrillatoren anzeigt. Zwei weitere Personen hören zu und machen sich Notizen.

Wenn Unternehmen, Vereine oder Privatpersonen uns kontaktieren, steht eine Frage fast immer ganz am Anfang: Was kostet ein Defibrillator eigentlich? Es ist eine berechtigte Frage, denn die Preisspanne auf dem Markt ist riesig und für Laien oft undurchsichtig. Sie finden Geräte für unter 1.000 Euro im Internet und Angebote für über 3.000 Euro im Fachhandel.

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Für ein hochwertiges, zuverlässiges Neugerät sollten Sie aktuell mit einem Budget zwischen 1.200 Euro und 1.800 Euro (brutto) rechnen. Aber – und das ist ein großes Aber – der reine Anschaffungspreis ist nur die halbe Wahrheit. Bei ResQ-Care haben wir oft erlebt, dass Kunden günstige Geräte kaufen, nur um später von hohen Folgekosten für Batterien und Elektroden überrascht zu werden.

In diesem Beitrag schlüsseln wir für Sie genau auf, wie sich die Preise zusammensetzen, welche versteckten Kosten es gibt und wie Sie Ihr Budget für 2026 realistisch planen.

Was kostet ein Defibrillator in der reinen Anschaffung?

Der Markt für Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) lässt sich grob in drei Preiskategorien einteilen. Der Preis hängt stark von der Ausstattung, der Robustheit (IP-Schutzklasse) und den Zusatzfunktionen ab.

Die Einstiegsklasse (ca. 900 € – 1.200 €)

In diesem Segment finden Sie oft ältere Modelle oder Geräte mit Basisfunktionen. Diese Geräte tun, was sie sollen: Sie geben einen Schock ab. Allerdings fehlen oft hilfreiche Features wie ein Display, das Anweisungen visualisiert, oder ein Kindermodus, der ohne separate Elektroden auskommt. Wir raten unseren Kunden zur Vorsicht: Oft sind hier die Folgekosten für Verbrauchsmaterialien (Batterien und Pads) überdurchschnittlich hoch.

Die Mittelklasse & Preis-Leistungs-Sieger (ca. 1.200 € – 1.800 €)

Hier finden Sie die modernen Standardgeräte, die wir bei ResQ-Care meistens empfehlen. Ein hervorragendes Beispiel ist die iPAD CU-SP1 Serie. Diese Geräte bieten:

  • Integrierte Kinderschalter: Sie sparen sich den Kauf teurer Kinderelektroden.
  • Lautstärkeanpassung: Das Gerät erkennt Umgebungslärm und wird lauter.
  • Status-Indikatoren: Sie sehen auf einen Blick, ob die Elektroden noch haltbar sind.

In dieser Preisklasse erhalten Sie Technik, die den Ersthelfer im Notfall bestmöglich unterstützt, ohne das Budget zu sprengen.

Die Profi-Klasse (ab 2.000 €)

Geräte in diesem Preissegment verfügen oft über ein EKG-Display für medizinisches Fachpersonal, manuelle Schockabgabe-Optionen oder extrem hohe IP-Schutzklassen für den Einsatz unter widrigsten Bedingungen (z.B. Feuerwehr, Militär). Für ein normales Büro oder einen Sportverein sind diese Funktionen meist nicht notwendig.

Versteckte Kosten: Die Falle bei den Folgekosten

Was kostet ein Defibrillator über 10 Jahre gerechnet? Das ist die entscheidende Frage. Ein AED ist kein einmaliger Kauf, sondern ein System, das gewartet werden muss. Batterien und Elektroden haben ein Ablaufdatum, auch wenn das Gerät nicht benutzt wird.

Hier unterscheiden sich die Hersteller massiv. Unsere Erfahrung zeigt folgende Durchschnittswerte:

  • Elektroden (Pads): Müssen meist alle 2 bis 3 Jahre getauscht werden. Kostenpunkt: ca. 40 € bis 80 €.
  • Batterien: Halten in der Regel 4 bis 5 Jahre. Kostenpunkt: ca. 150 € bis 300 €.

Ein Rechenbeispiel aus der Praxis:
Sie kaufen ein günstiges Gerät für 900 €. Die Batterie hält nur 2 Jahre und kostet 200 €. Die Elektroden halten ebenfalls nur 2 Jahre und kosten 60 €. Über 10 Jahre zahlen Sie also 5x Batterie und 5x Elektroden. Das sind 1.300 € nur an Folgekosten.
Ein hochwertigeres Gerät kostet vielleicht 1.400 €, aber die Batterie hält 5 Jahre und die Pads 3 Jahre. Die Gesamtkosten über die Laufzeit sind hier oft deutlich niedriger.

Wir empfehlen daher immer, die Defibrillator Förderung und die Total Cost of Ownership (Gesamtkosten des Betriebs) zu prüfen, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Die Kosten für die Infrastruktur: Wo hängt das Gerät?

Ein Defibrillator, den niemand findet oder der eingeschlossen ist, ist nutzlos. Deshalb müssen Sie Budget für die Aufbewahrung einplanen. Hier machen viele den Fehler, am falschen Ende zu sparen.

Innenbereich

Für Büros oder Flure reicht oft eine einfache Wandhalterung oder ein Wandkasten mit Alarm. Der Alarm dient nicht nur dem Diebstahlschutz, sondern alarmiert auch Umstehende im Notfall.

  • Einfache Wandhalterung: ca. 50 € – 80 €
  • Wandkasten mit Alarm: ca. 150 € – 200 €

Außenbereich: Die Königsdisziplin

Wenn Sie den Defibrillator öffentlich zugänglich machen wollen (was wir sehr begrüßen), muss er vor Frost und Hitze geschützt werden. Ein normaler Blechschrank reicht hier nicht aus – die Elektronik und die Gels der Elektroden würden Schaden nehmen.

Sie benötigen einen beheizten und belüfteten Außenschrank. Als Experten bei ResQ-Care setzen wir hier auf den DefibSafe3 Außenwandschrank. Die Kosten für eine solche professionelle Außenlösung liegen inklusive Installation durch einen Elektriker (Stromanschluss ist Pflicht!) schnell bei:

  • Therbox/Außenschrank: ca. 600 € – 900 €
  • Installation (Strom): ca. 150 € – 400 € (je nach Gegebenheiten vor Ort)

Wartung und Sicherheitstechnische Kontrolle (STK)

In Deutschland unterliegen Defibrillatoren, die im gewerblichen oder öffentlichen Bereich (dazu zählen auch Vereine) betrieben werden, der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Das bedeutet Pflichten für Sie als Betreiber.

Besonders relevant ist die Sicherheitstechnische Kontrolle (STK). Diese ist bei den meisten Geräten alle zwei Jahre vorgeschrieben. Ein zertifizierter Medizintechniker prüft dabei, ob das Gerät noch die korrekte Energie abgibt und sicher ist.

  • Kosten pro STK-Prüfung: ca. 100 € – 150 €

Es gibt inzwischen Geräte, wie bestimmte Modelle der iPAD-Serie, die durch intelligente Selbsttests unter bestimmten Voraussetzungen von der STK befreit sein können oder längere Intervalle haben, sofern sie nicht im medizinischen Fachbereich genutzt werden. Lassen Sie sich hierzu unbedingt vor dem Kauf beraten, da dies die laufenden Kosten massiv beeinflusst.

Wer bezahlt den Defibrillator?

Eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt wird: „Wird ein Defibrillator von der Krankenkasse bezahlt?“

Die klare Antwort lautet: Nein, in der Regel nicht für die Allgemeinheit.
Krankenkassen zahlen sogenannte ICDs (implantierbare Defibrillatoren) für Hochrisikopatienten. Ein AED für die Firma, den Verein oder das private Zuhause ist fast immer eine Eigenleistung.

Es gibt jedoch Ausnahmen und Unterstützer:

  • Berufsgenossenschaften: Übernehmen oft die Kosten für die Schulung der Mitarbeiter, selten jedoch für das Gerät selbst (außer in speziellen Branchen).
  • Förderprogramme: Viele Bundesländer oder regionale Banken (Sparkassen, Volksbanken) haben Fördertöpfe für Vereine, um die Anschaffung zu unterstützen.
  • Crowdfunding: Wir haben bei ResQ-Care viele erfolgreiche Projekte begleitet, bei denen Sportvereine die Kosten über Spendenplattformen gesammelt haben.

Fazit: Was kostet ein Defibrillator unterm Strich?

Wenn wir die Frage „Was kostet ein Defibrillator?“ ehrlich beantworten, müssen wir ein Gesamtpaket schnüren. Für einen Zeitraum von 10 Jahren sollten Sie für ein professionelles Setup (Gerät, Zubehör, Wartung) im Innenbereich mit etwa 1.700 € bis 2.000 € Gesamtkosten rechnen. Das klingt zunächst viel, entspricht aber nur etwa 16 Euro bis 20 Euro pro Monat.

Bedenken Sie dabei immer: Sie kaufen nicht nur ein Stück Technik. Sie kaufen die Möglichkeit, im Ernstfall einem Kollegen, einem Vereinsmitglied oder einem Angehörigen das Leben zu retten. Und dieser Wert lässt sich nicht in Euro beziffern.

Wenn Sie unsicher sind, welches Modell zu Ihrem Budget passt, helfen wir Ihnen gerne weiter. ResQ-Care bietet transparente Beratung ohne versteckte Kostenfallen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel kostet ein guter Defibrillator für Laien?

Ein zuverlässiger Laien-Defibrillator (AED) kostet in der Anschaffung zwischen 1.200 € und 1.600 €. In diesem Preissegment erhalten Sie Geräte mit guter Sprachanweisung, langer Garantie und moderaten Folgekosten für Batterien und Elektroden.

Warum sind Defibrillatoren so teuer?

Der Preis resultiert aus der hochkomplexen Medizintechnik. Ein AED muss in Millisekunden einen Herzrhythmus analysieren, Artefakte (Bewegungen) herausfiltern und entscheiden, ob ein Stromimpuls notwendig ist oder nicht. Zudem müssen die Geräte extrem robust sein und jahrelang ohne Wartung im Standby-Modus funktionieren. Die Zulassungsverfahren für solche Medizinprodukte sind extrem aufwendig und kostspielig.

Was ist der Unterschied zwischen AED und Defibrillator?

Der Begriff „Defibrillator“ ist der Überbegriff. Ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) ist eine spezielle Unterart, die für Laien entwickelt wurde. Er analysiert selbstständig und gibt Anweisungen. Ein manueller Defibrillator, wie er im Krankenhaus genutzt wird, erfordert einen medizinisches Fachpersonal, das das EKG interpretiert und die Energie manuell einstellt.

Wird ein Defibrillator von der Versicherung übernommen?

Private Krankenversicherungen oder gesetzliche Kassen zahlen AEDs für Gebäude oder Firmen nicht. Sie übernehmen nur die Kosten für implantierte Geräte oder (in seltenen Einzelfällen) für Heimgeräte bei extremen Risikopatienten. Sachversicherungen können jedoch einspringen, wenn ein vorhandener Defibrillator durch Brand oder Diebstahl abhandenkommt.

Was kostet die Wartung eines AED?

Die sicherheitstechnische Kontrolle (STK), die meist alle zwei Jahre fällig ist, kostet etwa 100 € bis 150 €. Hinzu kommen alle 2 bis 5 Jahre Kosten für neue Batterien und Elektroden. Rechnen Sie mit durchschnittlich 100 € bis 150 € pro Jahr an laufenden Betriebskosten, um auf der sicheren Seite zu sein.