Atemstillstand medizinisch: Ursachen, Symptome & Erste Hilfe

von 17. August 2026Defibrillator AED3 Min. Lesezeit
Drei Personen üben im Büro Herzdruckmassage an einer Puppe, ein Defibrillator und Anleitung liegen bereit.

Was bedeutet Atemstillstand medizinisch?

In der Medizin bezeichnet der Atemstillstand (Apnoe) das komplette Aussetzen der äußeren Atmung. Der Körper wird in diesem Zustand nicht mehr mit überlebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig kann das Kohlendioxid nicht mehr abgeatmet werden.

Ohne sofortige Gegenmaßnahmen kommt es innerhalb weniger Minuten zu irreversiblen Hirnschäden. Letztendlich führt ein unbehandelter Atemstillstand unweigerlich zum Herz-Kreislauf-Stillstand und zum Tod.

Hauptursachen für einen Atemstillstand

Die Ursachen für das Aussetzen der Atmung sind vielfältig. Eine der häufigsten Ursachen ist die Verlegung der Atemwege, beispielsweise durch Verschlucken von Fremdkörpern, Erbrochenem oder durch das Zurückfallen der Zunge bei Bewusstlosigkeit.

Auch neurologische Störungen können schuld sein. Dazu zählen Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfälle oder Vergiftungen (etwa durch Opiate, Alkohol oder Medikamente), die das Atemzentrum im Gehirn dämpfen oder ausschalten. Zudem können schwere Lungenerkrankungen, Ertrinkungsunfälle oder Stromschläge einen Atemstillstand auslösen.

Symptome und sichere Anzeichen erkennen

Das offensichtlichste Zeichen ist das Fehlen jeglicher Atembewegung. Der Brustkorb hebt und senkt sich nicht mehr. Wenn du dein Ohr nahe an Mund und Nase der betroffenen Person hältst, hörst und spürst du keinen Atemzug.

Zusätzlich verfärben sich oft die Lippen und Fingerspitzen bläulich (Zyanose), was auf den akuten Sauerstoffmangel hindeutet. Die Person ist in der Regel bewusstlos und reagiert weder auf lautes Ansprechen noch auf Schmerzreize.

Erste Hilfe: So handelst du bei einem Atemstillstand richtig

Wenn du eine bewusstlose Person ohne normale Atmung vorfindest, musst du sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmieren. Verliere keine Zeit mit der Suche nach dem Puls, da dies für Laien oft schwer tastbar ist und wertvolle Sekunden kostet.

Beginne umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation). Drücke das Brustbein 30-mal kräftig und schnell (etwa 100 bis 120 Mal pro Minute) nach unten. Danach folgen zwei Beatmungen. Wenn du dir die Beatmung nicht zutraust, drücke ununterbrochen den Brustkorb, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Prävention: Kann man einem Atemstillstand vorbeugen?

Einem plötzlichen Notfall lässt sich nicht immer vorbeugen, aber du kannst Risiken minimieren. Achte darauf, Kleinkinder beim Essen zu beaufsichtigen und verschluckbare Kleinteile außer Reichweite aufzubewahren, um eine Verlegung der Atemwege zu verhindern.

Bei bekannten Grunderkrankungen wie schwerem Asthma oder Herz-Kreislauf-Problemen ist eine gute medizinische Einstellung essenziell. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, um im Ernstfall routiniert und ohne Zögern handeln zu können.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange kann man einen Atemstillstand überleben? Bereits nach etwa drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff sterben erste Gehirnzellen ab. Ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen ist die Überlebenschance sehr gering.

Ist Schnappen nach Luft normale Atmung? Nein. Sogenannte Schnappatmung tritt oft kurz nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand auf und muss wie ein kompletter Atemstillstand behandelt werden – also sofort reanimieren.

Darf ich bei der Herzdruckmassage Rippen brechen? Ja, das kann passieren und ist kein Grund aufzuhören. Ein Rippenbruch heilt wieder, ein unbehandelter Atemstillstand ist tödlich.

Muss ich zwingend beatmen? Wenn du aus Ekel oder Angst vor Infektionen nicht beatmen möchtest, reicht es aus, eine ununterbrochene Herzdruckmassage durchzuführen (Hands-only CPR).